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Der Roman „Básník“ („Der Dichter“) von Martin Reiner ist am Dienstagabend mit dem wichtigsten Buchpreis Tschechiens Magnesia Litera ausgezeichnet worden. Der Autor Martin Reiner zeichnet in dem biographischen Buch das tragische Schicksal des Tschechen zwischen Exil und Wahnsinn nach. Nachdem Blatný 1948 ins Exil nach England gegangen war, wurden seine Gedichte in der sozialistischen Tschechoslowakei verboten. Der Flüchtling litt an Angst vor Verfolgung und verbrachte Jahrzehnte vereinsamt in britischen Heilanstalten. Erst 1977 publizierte Blatný wieder, nachdem eine Krankenschwester die Gedichte ihres Patienten an einen Exil-Verlag geschickt hatte. Er starb im Jahr 1990. Reiner arbeitete an dem Roman dreißig Jahre lang und erhielt bereits mehrere Literaturpreise für sein Werk.

Preisträger in der Kategorie Prosa ist der Roman von Petr Stančík „Mlýn na mumie“ (in etwa „Die Mumienmühle“). Die Auszeichnung in der Kategorie Lyrik erhielt die Editorin und Literaturkritikerin Olga Stehlíková für ihre Debütgedichtsammlung „Týdny“ („Die Wochen“). Im Bereich Sachliteratur wurden Zdeněk Hojda und seine Mitarbeiter für die Publikation Heřman Jakub Černín na cestě za Alpy a Pyreneje“ („Heřman Jakub Czernin auf der Reise hinter die Alpen und Pyrenäen“) preisgekrönt. Ein weiterer Preis ging für die beste Herausgeberschaft an den Akademischen Atlas der böhmischen Geschichte, der im Fachverlag Academia erschienen ist. Eine neue Kategorie im Wettbewerb ist in diesem Jahr ein Blog des Jahres. Den Preis dafür erhielt Aufgrund einer öffentlichen Umfrage die Schauspielerin Marie Doležalová für ihren Blog „Kafe a cigárko“ („Kaffee und Zigarette“). Die Auszeichnungen wurden am Dienstagabend im Nationaltheater in Prag feierlich übergeben. Der Hauptpreis ist mit umgerechnet 7300 Euro dotiert.