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Präsident Miloš Zeman hat sich am zweiten Weihnachtstag zum dritten Mal in seiner Amtszeit in einer Weihnachtsbotschaft an die Bürger der Tschechischen Republik gewandt. In seiner Ansprache äußerte sich Zeman wohlwollend gegenüber der Regierung von Premier Bohuslav Sobotka, auf der anderen Seite aber sehr kritisch gegenüber den Flüchtlingen, die nach Europa gekommen sind. „Dieses Land ist unser, und dieses Land wird und kann nicht für alle da sein“, ließ das Staatsoberhaupt keinen Zweifel daran, dass Flüchtlinge für ihn hierzulande unerwünscht seien.

Darüber hinaus wiederholte Zeman seine Einwände gegenüber den Politikern, die seiner Meinung nach zu zögerlich oder nachsichtig während der Flüchtlingswelle reagiert hätten oder es weiter tun. „Ich frage, warum nehmen diese Männer keine Waffe in die Hand und kämpfen für die Freiheit ihres Landes gegen den Islamischen Staat“, sagte Zeman an die Adresse junger starker Männer aus Syrien, die stattdessen als Migranten nach Europa gekommen sind. Manchmal komme er sich vor wie Kassandra, die vor dem Hereinziehen des Trojanischen Pferds in die Stadt warnt. Und er sei zutiefst davon überzeugt, dass das, was uns gegenüberstehe, eine organisierte Invasion und kein spontaner Aufbruch von Flüchtlingen sei, bemerkte Zeman.

Demgegenüber strich der Präsident in seiner Ansprache am Samstag sehr positiv das Wirtschaftswachstum in Tschechien heraus. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten im Land hätten sich erhöht, die Arbeitslosenquote sei andererseits relativ niedrig. Dafür lobte das Staatsoberhaupt in erster Linie die Regierung, die die Wirtschaft von der zwanghaften Sparpolitik des Mitte-Rechts-Kabinetts von Ex-Premier Nečas befreit habe. Die schlechte Stimmung im Land sei daher verflogen, betonte Zeman.