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Die Erklärungen von Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) beim Treffen mit dem chinesischen Botschafter Chang Tien-min wegen Warnungen vor den Produkten der Firmen Huawei und ZTE waren unverantwortlich und servil. Das sagten mehrere tschechische Oppositionspolitiker. Babiš traf mit dem chinesischen Botschafter auf dessen Wunsch kurz vor Weihnachten zusammen, um über die Warnung der Tschechischen Behörde für Cyber- und Informationssicherheit (NÚKIB) vor der Nutzung der Software und der Hardware der Firmen Huawei und ZTE zu sprechen. Einem Pressebericht der chinesischen Botschaft zufolge sagte der Premier, die Erklärung der Behörde für Cybersicherheit sei nicht der Standpunkt der Regierung. Im Januar soll Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) den chinesischen Botschafter empfangen.

Der Abgeordnete und Experte für auswärtige Angelegenheiten der Piratenpartei, Mikuláš Peksa, erinnerte daran, dass der Premier unter anderem für die Cyber-Sicherheit Tschechiens verantwortlich ist. Daran sollte der Premier Peksa zufolge bei den Verhandlungen mit Vertretern der Länder, die die tschechische Cyber-Sicherheit gefährden, denken. Der Vorsitzende der Top-09-Fraktion im Abgeordnetenhaus Miroslav Kalousek sagte, der chinesische Botschafter habe den tschechischen Premier vorgeladen. Andrej Babiš habe sich bei den Chinesen entschuldigt, so Kalousek. Die Tschechische Republik sei in Händen serviler Kollaborateure mit undemokratischen Großmächten, erklärte der Oppositionspolitiker.