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Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman hat am Donnerstag bei der Eröffnung der Agrarmesse Země živitelka in České Budějovice erneut für den Ausbau eines Donau-Oder-Elbe-Kanals plädiert. Landwirtschaftsminister Miroslav Toman (parteilos) versprach, den von der Dürre betroffenen Bauern zu helfen. Er nannte jedoch keine konkreten Maßnahmen. Mit den Vertretern von Agrarunternehmen diskutierten Zeman und der Landwirtschaftsminister hinter verschlossener Tür über den Schutz des tschechischen Marktes. Thema des Gesprächs waren der Nachrichtenagentur ČTK zufolge auch private Themen. Der Eigentümer der Molkerei Madeta, Milan Teplý, erklärte, er habe mit Präsident Zeman beispielsweise über den Alpinen Skilauf gesprochen.

Der Staatspräsident informierte in Budweis zudem darüber, er habe vor am 28. Oktober den tschechoslowakischen Politiker Antonín Švehla posthum mit dem Orden des Weißen Löwen auszuzeichnen. Švehla war in den 1920er Jahren Ministerpräsident, er war Vorsitzender der tschechischen Agrarpartei.

Vor der Eröffnung der Agrarmesse hat eine Gruppe von Menschen auf dem Messegelände gegen Zeman protestiert. Sie riefen „Schande!“ und hielten ein Transparent, auf dem stand: „Früchte unseres Landes? Zeman sät Neid. Babiš erntete einen kollektiven Gedächtnisverlust.“ Zeman wurde zuvor dafür kritisiert, dass er an keiner der Gedenkveranstaltungen teilnahm, die am 21. August an verschiedenen Orten stattfanden und bei denen der Opfer der Okkupation der Tschechoslowakei durch die Warschauer Pakt-Truppen gedacht wurde.