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Der Inlandsgeheimdienst (BIS) überprüft die Wirtschaftsführung der Betreibergesellschaft Automotodrom Brno, die Organisator des Großen Preises von Tschechien im Motorradrennsport ist. Diese Überprüfung erfolge bereits seit dem Jahre 2015, berichtete das Tschechische Fernsehen am Freitag. Das ist jenes Jahr, in dem die hochverschuldete Gesellschaft die Veranstalterrolle an die Vereinigung „Spolek pro Grand Prix“ abgetreten hat. Diese Vereinigung setzt sich aus Vertretern des Kreises Südmähren, der Politik und des Tourismus der Stadt Brünn zusammen. Sie wurde geschaffen, um staatliche Gelder zur Finanzierung des Grand Prix zu generieren. Die Motorsportveranstaltung ist wegen der hohen Lizenzgebühr, die die Firma Dorna als Promoter der Rennserie einfordert, sehr kostspielig. Das Automotodrom Brno hatte daher im Jahr 2015 Verbindlichkeiten von 110 Millionen Kronen (vier Millionen Euro).

Nach dem TV-Bericht äußerten sich Vertreter des Automotodroms sowie auch Brünns Oberbürgermeister Petr Vokřál überrascht zu dieser Überprüfung. Man wisse nichts davon, seit Jahren geisterten dazu verschiedene Gerüchte durch den Raum“, reagierte Vokřál per SMS. BIS-Sprecher Ladislav Šticha wiederum wollte die Ermittlungen der Behörde nicht näher kommentieren. Allgemein bestätigte er indes, dass „der Geheimdienst die gesetzlichen Adressaten informieren werde, sollte es in dieser Angelegenheit zu einer Schädigung der ökonomischen Interessen des Staates kommen.“ Die Adressaten seien beispielsweise die Regierung und vor allem das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, das die Ausrichtung des Grand Prix mit einem zweistelligen Kronen-Millionenbetrag unterstützt, so Šticha.