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Tschechien und Deutschland wollen ihre Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität intensivieren. Zu den verschärften Maßnahmen auf diesem Gebiet gehöre zum Beispiel die Verpflichtung Tschechiens, die Verfahren zur Ausweisung von Ausländern, die mit Drogen handeln, zu beschleunigen. Außerdem soll neben der Kooperation von Polizei und Zoll beider Länder nun auch die Zusammenarbeit im Bereich der Justiz forciert werden. Das erklärten der tschechische Innenminister Jan Kubice und sein deutscher Amtskollege Hans-Peter Friedrich (CSU) am Donnerstag nach ihrem Treffen in Prag vor Journalisten.

Bundesinnenminister Friedrich hat Tschechien zu weiteren Anstrengungen im Kampf gegen die Droge Crystal Meth aufgerufen. Das sei eine Gefahr für unsere jungen Leute, sagte Friedrich in Prag der Nachrichtenagentur dpa. Die Drogenkriminalität im Grenzgebiet habe „fast epidemische Ausmaße angenommen“, bestätigte Innenminister Kubice. Er kündigte eine Verschärfung der tschechischen Drogengesetze an. Das Aufputschmittel Crystal breitet sich in den neuen Bundesländern und in Bayern immer weiter aus. Crystal führt zu körperlichem Verfall und Psychosen bis hin zum Tod nach längerem Gebrauch.

Im Zusammenhang mit Crystal Meth wurden im vorigen Jahr in beiden Ländern mehr als 1000 Menschen festgenommen, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Die im Grenzgebiet sichergestellte Menge Methamphetamin nehme von Jahr zu Jahr zu, bestätigte Petr Kočí von der Antidrogen-Zentrale der tschechischen Polizei am Mittwoch. In Sachsen und Bayern gebe es eine Nachfrage für das Aufputschmittel sowie die entsprechende Kaufkraft, auf tschechischer Seite wachse das Angebot. Es sei ein Problem, das beide Seiten teilten, sagte Kočí der Presseagentur dpa. Der Besitz von Drogen sei in Tschechien keineswegs legal, betonte der Polizist.