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Der Tscheche Jan Matura ist beim Weltcup-Skifliegen am Sonntag im nordostböhmischen Harrachov / Harrachsdorf gleich zweimal auf dem Podest gelandet. Am Vormittag kam er mit Weiten von 206,5 Metern und 183,5 Metern auf den 3. Platz. Vor ihm platzierten sich nur der Österreicher Gregor Schlierenzauer und der Slowene Robert Kranjec. Wettkampfsieger Schlierenzauer flog im zweiten Durchgang 211 Meter weit und machte damit seinen schon 47. Weltcupsieg perfekt. Mit dieser Ausbeute ist Schlierenzauer jetzt alleiniger Rekordhalter, der Finne Matti Nykänen hatte es auf 46 Siege gebracht. Das Skifliegen am frühen Vormittag wurde anstelle des für Samstag terminierten Weltcup-Wettbewerbs ausgetragen, der wegen zu starkem Wind mehrfach verschoben wurde.

Am Sonntagnachmittag wurde dann das zweite Skifliegen des Wochenendes in Harrachov ausgetragen. Hier landete Matura nach dem ersten Durchgang mit einer Weite von 194,5 Metern auf dem 2. Platz. Besser als er war erneut nur Gregor Schlierenzauer, der drei Meter weiter sprang. Weil danach aber erneut sehr starker Wind aufzog, wurde die Konkurrenz schon nach dem ersten Durchgang beendet. Im Gesamt-Weltcup ist Schlierenzauer mit nun exakt 1200 Punkten schon weit davongezogen, Jan Matura liegt mit 496 Punkten derzeit auf dem 7. Platz.

Beim ersten Springen am Vormittag flog der Slowene Mirian Tepes bei idealen Windbedingungen bis auf 220 Meter hinunter, konnte den Satz allerdings am Ende des Kurvenradius nicht mehr stehen. Zum Glück war sein Sturz ohne Folgen, Tepes blieb unverletzt. Bei einer geglückten Landung wäre dieser Flug neuer Schanzenrekord gewesen. Ihn hält der Österreicher Thomas Morgenstern, der im Jahr 2008 am Teufelsberg in Harrachov bis auf 214,5 Meter flog.

Das tschechische Tennisteam hat die erste Hürde auf dem Weg zur Titelverteidigung des Davis Cups erfolgreich übersprungen. In Genf bezwangen die Mannen von Teamkapitän Jaroslav Navrátil am Wochenende Gastgeber Schweiz mit 3:2. Im Viertelfinale müssen die tschechischen Herren erneut auswärts antreten, im April gastieren sie in Kasachstan.

Nur 16 Stunden nach der siebenstündigen Tennisschlacht im Herrendoppel, die das tschechische Duo mit 3:2 Sätzen gewann, standen sich die Top-Spieler beider Teams, Stanislas Wawrinka und Tomáš Berdych, am Sonntag in Genf erneut gegenüber. Diese Begegnung gewann die Nummer 6 der Weltrangliste, der Tscheche Berdych, in vier Sätzen mit 6:3, 6:4, 3:6 und 7:6 (7:5). Damit holte der 27-Jährige den dritten und entscheidenden Punkt für die Gäste, die nun im Viertelfinale stehen. Daran änderte auch die Drei-Satz-Niederlage des erst 19-jährigen Jan Veselý nichts mehr. Bei seinem Davis-Cup-Debüt unterlag das Nachwuchstalent dem eingebürgerten Schweizer Henri Laaksonen 6:0, 3:6 und 1:6.

Im Duell mit Wawrinka spielte Berdych zu Beginn sehr konzentriert und gewann die ersten zwei Sätze nach je einem Break. Nach dem Verlust des dritten Satzes wurde Berdychs Gegner stärker und war im Tiebreak des vierten Satzes dem Satzausgleich nahe. Beim Stand von 2:5 im Tiebreak behielt Berdych jedoch die Nerven und sicherte sich mit fünf Gewinnbällen in Folge doch noch den Satz und somit das Match. Für Berdych war es der 41. Sieg im Davis Cup (24 im Einzel, 17 im Doppel), womit er nur noch einen Triumph hinter Landsmann Tomáš Šmíd rangiert. Der ehemalige Doppelspezialist Šmíd ist der drittbeste tschechische Tennisspieler in der Geschichte des Davis Cups.

Auch eine Woche nach Abschluss der ersten Präsidenten-Direktwahl in Tschechien hält die Sogwirkung der Wahlen weiter an. So erfreuen sich die Parteien der beiden Finalkandidaten eines anhaltenden Zulaufs an neuen Mitgliedern, besonders in Südmähren. Unter ihnen sind sowohl ältere Leute als auch Studenten.

Die nach dem designierten Staatspräsidenten Miloš Zeman benannte Linkspartei SPOZ verzeichne eine rege Nachfrage schon seit Frühjahr vergangenen Jahres, als im Kreis mit einer Petition zur Unterstützung der Präsidentschaftskandidatur von Zeman aufgerufen wurde, sagte der Vorsitzende der SPOZ-Kreisorganisation Südmähren, Marian Keremidský, gegenüber der Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“ (MfD). Aus den ursprünglich sechs örtlichen Parteiorganisationen seien so inzwischen 35 SPOZ-Zweigstellen in der Region entstanden. An ihrer Spitze stünden zu drei Vierteln junge Leute im Alter von bis zu 35 Jahren, so Keremidský.

Ebenso gestiegen sei das Interesse an einer Mitgliedschaft in der Top-09-Partei von Außenminister Karel Schwarzenberg, versicherte der Manager der Partei für den Kreis Südmähren, Petr Štědronský. Im Kreis seien nicht wenige Aufnahmeanträge eingegangen mit der Begründung des Antragstellers, dass er große Sympathien für Parteichef Schwarzenberg hege, ergänzte Štědronský. Unter den Neumitgliedern seien vor allem junge Leute bis 35 Jahre, aber auch über 50-Jährige, so Štědronský.

Eine Bürgerinitiative in Brno / Brünn hat überdies ein Entschuldigungsschreiben an die Ehefrau des Außenministers, Theresa Schwarzenberg, abgesetzt. Die Gattin des adeligen Politikers war im Wahlkampf zur Präsidentenwahl vom Sohn des noch amtierenden Präsidenten Klaus arg verleumdet worden. Das Entschuldigungsschreiben wurde von 4000 Brünnern unterzeichnet, bei der persönlichen Überbringung der Entschuldigung habe sich die Schwarzenberg-Gattin sehr über das Schreiben gefreut, erklärte der Initiator der Aktion Tomáš Drobný. Frau Schwarzenberg sei eine sehr nette und liebe Dame, die der Prager Burg als First Lady des Staatsoberhaupts gewiss zu neuem Glanz verholfen hätte, sagte Drobný der Tageszeitung „Mladá fronta Dnes“.