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Die Tschechische Republik hat in diesem Jahr zwei der vier Maastricht-Kriterien nicht erfüllt. Wegen der Erhöhung des unteren Mehrwertsteuersatzes zu Jahresbeginn wurde das Kriterium der Preisstabilität nicht erfüllt. Zudem verfehlte das Land abermals die Vorgabe, das Defizit der öffentlichen Finanzen unter drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu halten. Das geht aus dem Jahresbericht der Tschechischen Nationalbank (ČNB) des Finanzministeriums zur Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien hervor. Aus ihm folgt die Empfehlung, dass Tschechien der Eurozone (noch) nicht beitreten solle.

Mit dem Beitritt in die Europäische Union hat sich Tschechien verpflichtet, Schritte zu unternehmen, um so schnell als möglich auch für den Beitritt zur Eurozone vorbereitet zu sein. Die Festlegung des Termins für die Einführung des Euro liegt jedoch in der Kompetenz des Mitgliedsstaates und hängt in erster Linie vom Maß seiner Bereitschaft ab. Das Kriterium der Preisstabilität könnte Tschechien in den Jahren von 2013 bis 2015 in den Griff bekommen, auch wenn mit einer geringen Inflation zu rechnen sei. Auch das Defizit der öffentlichen Haushalte sollte schon ab dem Jahr 2013 unter drei Prozent des BIP zu bringen sein, heißt es in dem Jahresbericht. In diesem Jahr aber liegt das Defizit noch bei rund fünf Prozent des BIP, was vor allem auf die Zahlungen zurückzuführen sei, die mit der Kirchenrestitution verknüpft sind, heißt es.

Mit dem Stand der Erfüllung der EU-Konvergenzkriterien hat sich die Regierung in Prag noch vor Weihnachten befasst und den vorgelegten Bericht gebilligt. Analog zum Finanzministerium und der Zentralbank hat auch die Regierung die Empfehlung ausgesprochen, vorläufig noch kein Zieldatum für die Einführung des Euro in Tschechien festzulegen.