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Um die Nachfolge von Václav Klaus als Präsident der Tschechischen Republik bewerben sich acht Kandidaten. Das gab am Freitag das Innenministerium in Prag bekannt. Von den insgesamt 20 Bewerbern auf das hohe Amt hatten neun von vornherein nicht die Wahlbedingungen erfüllt, drei ernsthafte Kandidaten brachten in letzter Minute die fehlerhaften Angaben zu den von ihnen eingereichten Unterschriftensammlungen zu Fall. Es handelt sich um die Präsidentschaftskandidaten Jana Bobošíková, Vladimír Dlouhý und Tomio Okamura.

Bei der ersten Direktwahl des tschechischen Staatsoberhauptes sind die Kandidaten, die nicht durch Parlamentarier vorgeschlagen werden, verpflichtet, 50.000 Unterschriften als Beleg für die öffentliche Unterstützung ihrer Kandidatur vorzulegen. Bei den in ihrem Hause durchgeführten Kontrollen der Unterschriftenlisten sei jedoch festgestellt worden, dass in den Listen der drei jetzt von der Bewerbung ausgeschlossenen Kandidaten zu viele fehlerhafte Angaben enthalten sind. Dadurch hätten diese Kandidaten die erforderliche Zahl von 50.000 gültigen Unterschriften verfehlt, sagte Václav Henych vom Innenministerium vor Journalisten. Die Unterschriften müssen durch im Lande registrierte Personen mit tschechischer Staatsbürgerschaft gedeckt sein.

Die acht Kandidaten, die sich offiziell um das Präsidentenamt bewerben, sind die Politiker Karel Schwarzenberg (Vizepremierminister, Parteichef der Top 09), Přemysl Sobotka (Vize-Senatsvorsitzender, ODS) und Jiří Dienstbier (Senator, ČSSD) – diese drei wurden durch Abgeordnete oder Senatoren vorgeschlagen – sowie die Ex-Politiker Jan Fischer (Ex-Premierminister 2009 – 2010, parteilos), Miloš Zeman (Ex-Premierminister 1998 – 2002, Strana práv občanů - zemanovci), die Europa-Abgeordnete Zuzana Roithová (KDU-ČSL) und die Künstler Táňa Fischerová (Schauspielerin, Ex-Abgeordnete, parteilos) und Vladimír Franc (Künstler, parteilos). Die fünf Letztgenannten haben ihre Kandidatur auf der Basis einer Unterschriftenliste eingereicht.