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Der Verband der Vietnamesen in der Tschechischen Republik und die Assoziation tschechischer Bürger mit vietnamesischen Wurzeln haben die Regierung ersucht, die Vietnamesen als nationale Minderheit anzuerkennen. Darüber informierte der Vorsitzende des Verbandes, Hoang Dinh Thang, am Donnerstag Medienvertreter. Das Gesetz definiert Menschen mit tschechischer Staatsbürgerschaft und anderer Nationalität als nationale Minderheit. Sie müssen in Tschechien leben und sich von ihren Mitbürgern durch andere ethnische Wurzeln, Sprache, Kultur und Traditionen unterscheiden. Daneben soll die Minderheit eine historische Tradition haben.

Der Regierungsbeirat für nationale Minderheiten hat über den Antrag bereits in der letzten Woche beraten. Die Beauftragte der Regierung für Menschenrechte, Monika Šimůnková, erklärte, dass der Rat einen Vorschlag zur Änderung der Statuten und zur Aufnahme neuer Mitglieder vorlegen wolle. Über das weitere Vorgehen wird der Vorsitzende des Beirats für nationale Minderheiten beraten, in diesem Fall Außenminister Karel Schwarzenberg. Über die endgültige Anerkennung neuer Minderheiten entscheidet das Regierungskabinett.

Bei der Volkszählung im vergangenen Jahr haben sich 29.660 Menschen zur vietnamesischen Nationalität bekannt. Laut einer Statistik des Innenministeriums leben 57.762 Vietnamesen legal in der Tschechischen Republik, 39.035 von ihnen haben eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Zwischen 2001 und 2010 haben 482 Vietnamesen die tschechische Staatsbürgerschaft erhalten.