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Für die Absicht, neben seiner Funktion als Abgeordneter und parlamentarischer Ausschussvorsitzender der Arbeit eines Journalisten nachzugehen, ist VV-Parteichef Radek John sowohl von seinen politischen Gegnern als auch von Parteikollegen scharf kritisiert worden. Diese skandalöse Verbindung von Politik, Business und Medien dürfe nicht umgesetzt werden. Es gebe daher nur eine Lösung: John müsse von allen Funktionen abberufen werden einschließlich der im Ausschuss, sagte Premier Nečas am Donnerstag bei einer Parteisitzung in Mittelböhmen. Den Forderungen von Nečas stimmte auch Petr Gazdík, der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei Top 09, zu. Gazdík rief Radek John dazu auf, sein Abgeordnetenmandat unverzüglich niederzulegen. In jedem Fall solle sich John aber von seiner Funktion als Vorsitzender des parlamentarischen Sicherheitsausschusses zurückziehen, erklärte Gazdík.

Tschechiens Präsident Václav Klaus zeigte sich sehr überrascht davon, dass Radek John das Abgeordnetenhaus nicht sofort verlassen habe, nachdem er sich für eine Tätigkeit in den Medien entschieden habe. Als ihm die Nachricht zu Ohren kam, dass John jetzt wieder als Journalist arbeiten werde, sei er davon ausgegangen, dass er damit automatisch sein Abgeordnetenmandat niederlege. Und auch in der VV-Partei selbst wird die Doppelrolle von John nicht mehr vorbehaltlos unterstützt. John solle als Vorsitzender des parlamentarischen Sicherheitsausschusses zurücktreten. Auch wenn sie im Handeln ihres Parteichefs keinen Interessenskonflikt sehe, so würde er in seiner Doppelrolle stets angefeindet, bemerkte die Fraktionsvorsitzende der VV-Partei, Kateřina Klasnova.