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Im Prager Zentrum „Pražská křižovatka“ wird am Sonntagabend die internationale Konferenz Forum 2000 mit einem Gesellschaftsabend eröffnet. Eine kurze Ansprache wird unter anderem die slowakische Ex-Ministerpräsidentin Iveta Radičová halten. Die Konferenz findet in diesem Jahr unter dem Motto „Medien und Demokratie“ statt. Das Motto wurde auf Wunsch von Präsident Václav Havel gewählt, der voriges Jahr gestorben ist. Zum ersten Mal wird die dreitägige Konferenz ohne Václav Havels Beitrag veranstaltet. Als einer der Begründer des Forums 2000 nahm Havel an der Tagung immer teil oder übermittelte den Delegierten eine Botschaft. Unter den Gästen des diesjährigen Forums 2000 sind unter anderem die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright, der Chef der tibetischen Exilregierung Lobsang Sangay oder die kroatische Außenministern Vesna Pusić. An der Konferenz werden auch Vertreter der weißrussischen Opposition sowie Journalisten aus China und vielen anderen Ländern teilnehmen.

Die Konferenz befasst sich jedes Jahr mit aktuellen Themen der Welt. Als Präsident Havel starb, überlegte die Stiftung Forum 2000, ob sie die Konferenzen auch weiterhin organisieren soll. Es herrschte jedoch die Meinung vor, dass es richtig ist, die Tätigkeit fortzusetzen. Die Stiftung Forum 2000 stelle Havels Vermächtnis im Bereich der Unterstützung der Demokratie, der Menschenrechte und der Entwicklung der Zivilgesellschaft dar, sagte der neue Leiter der Stiftung Jakub Klepal. Er ersetzte im Posten den langjährigen Stiftungsdirektor Oldřich Černý, der im Frühjahr starb.

In der zweiten Runde der Teilwahlen zum Senat haben die Sozialdemokraten (ČSSD) die meisten Sitze errungen und damit ihre Mehrheit in der oberen Parlamentskammer ausgebaut. Zusammen mit den Kommunisten stellen sie nun die Verfassungsmehrheit von 49 Sitzen im 81-köpfigen Senat. Die Bürgerdemokraten (ODS) von Premier Petr Nečas büßten hingegen zehn Sitze ein, in der Stichwahl kamen nur vier ihrer Kandidaten durch. Die Partei Top 09 von Außenminister Karel Schwarzenberg holte in der Koalition mit dem Zusammenschluss „Stan“ zwei Sitze. Die Kommunisten (KSČM) brachten nur einen ihrer insgesamt zwölf Kandidaten durch. Bei der zweiten Runde der Senatswahlen wurden ein Drittel der Sitze (27) in der obersten Parlamentskammer neu bestimmt. Die Wahlbeteiligung lag bei 18,6 Prozent.

Einige der Ergebnisse der Stichwahlen waren mit Spannung erwartet worden: Senatorin für Brno / Brünn wurde die von den Grünen nominierte ehemalige stellvertretende Verfassungsrichterin Eliška Wagnerová. Sie gewann das einzige Frauenduell gegen die Sozialdemokratin Stanislava Slavíková. In Vsetín gewann erneut der Christdemokrat Jiří Čunek, gegen den die Polizei jahrelang wegen möglicher Bestechung ermittelt hat. Im achten Prager Stadtbezirk verlor der frühere stellvertretende kommunistische Vorsitzende Jiří Dolejš gegen die ehemalige bürgerdemokratische Gesundheitsministerin Daniela Filipiová. Zudem zieht mit Libor Michálek (Prag 2) erstmals ein Politiker der tschechischen Piratenpartei ins Parlament ein.