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Der tschechische Ministerpräsident Petr Nečas sieht keinen Grund mehr dafür gegeben, dass die Slowakei ihr Embargo gegen den Import und Verkauf von Spirituosen aus Tschechien weiter aufrechterhält. Die tschechische Regierung habe neue Bedingungen für dem Umgang mit hartem Alkohol festgelegt, die eine hohe Sicherheit garantieren, sagte Nečas bei seinem Besuch in der slowakischen Hauptstadt Bratislava am Freitag vor Journalisten. Die Spirituosen der renommierten tschechischen Hersteller seien qualitätsrein und werden daher in Tschechien erneut verkauft. Es bestehe also kein einziger Grund, weshalb diese Markenerzeugnisse nicht auch wieder auf dem slowakischen Markt angeboten und verkauft werden sollten, betonte Nečas am Rande einer Tagung von 15 EU-Mitgliedsländern und Kroatien zum EU-Haushaltsrahmen für die Jahre 2014 bis 2020.

Aufgrund einer Todesserie nach dem Vertrieb von gepanschtem Alkohol hatten mehrere EU-Länder das Vertrauen in tschechische Alkoholprodukte verloren. Einige von ihnen, insbesondere die Nachbarländer, hatten daraufhin ein Einfuhrverbot für Spirituosen aus Tschechien verhängt. Unbestätigten Aussagen zufolge befinden sich hierzulande insgesamt noch rund 15.000 Liter gepanschten Alkohols in den Lagern von Handel und Gastgewerbe oder beim Endverbraucher. Wissenschaftler von der Chemisch-Technischen Hochschule in Prag haben inzwischen ein Verfahren entwickelt, wie sich der Gehalt von giftigem Methanol im Alkohol auch in Flaschen feststellen lässt. Das Verfahren kostet nur einen Bruchteil der herkömmlichen Tests, es ist aber noch nicht anerkannt.