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Im Streit um die Räumung einer baufälligen Roma-Siedlung im nordmährischen Ostrava / Ostrau sind die Fronten weiter verhärtet. Am Montag haben Vertreter des Bauamtes die Häuser der Siedlung überprüft und bestätigt, dass sich die Gebäude in einem schlechten Zustand befinden. Die rund 140 Leute, die sich weiterhin dem Räumungsbefehl der Stadt widersetzen, würden daher mit dem Wissen handeln, auf eigene Gefahr hierzubleiben, so das Bauamt.

Das Bauamt der Stadt hatte schon vordem schwerwiegende Schäden an tragenden Elementen der Häuser gefunden und bemängelte zudem die schlechten hygienischen Bedingungen dort. Die daraufhin verhängte Räumungsfrist, die Samstag-Mitternacht endete, aber hat die Mehrzahl der hier lebenden Roma nicht wahrgenommen. Stattdessen haben die Bewohner am Wochenende versucht, die Mängel an den Gebäuden notdürftig zu beheben. Die von der Stadt angebotenen Ersatzunterkünfte für rund 50 Familien haben sie abgelehnt. Diese Unterkünfte böten angeblich schlechtere Bedingungen als die derzeitigen Wohnungen und seien deutlich teurer, sagten einige der Betroffenen gegenüber tschechischen Medien.

Die Sprecherin der zuständigen Stadtverwaltung hat am Montag bekräftig, dass der Räumungsbefehl bestehen bleibt. Die tschechische Beauftragte für Menschenrechte und Minderheiten, Monika Šimůnková, hat den Räumungsbefehl indes kritisiert. Dies könne nur die letzte Möglichkeit sein und dürfe nur eine vorübergehende Lösung darstellen, so Šimůnková.