Nachrichten | Alle Artikel


Der Verkauf von nichtalkoholischen Getränken in Tschechien geht immer weiter zurück. Das hat aber wenig mit dem tristen Sommerwetter zu tun, sondern in erster Linie mit den Preisen. In den letzten drei, vier Jahren, als die Krise begann, trinken die Tschechen immer häufiger das billige Leitungswasser, alkoholfreies Bier oder Fassbrause. Die Wasser- und Limonaden-Abpackungen in den teueren PET-Flaschen sind dagegen out, teilte der hiesige Verband der Hersteller nichtalkoholischer Getränke am Sonntag mit.

Im vergangenen Jahr ist der Verbrauch an nichtalkoholischen Getränken im Jahresvergleich um zwei Prozent auf etwas über 25 Millionen Hektoliter zurückgegangen. Seit 2004 ist der Verkauf dieser Produkte um mehr als zehn Prozent gesunken. Zu dem ab 2008 noch drastischeren Rückgang hat nicht zuletzt die Wirtschaftskrise beigetragen, sagte der Generalsekretär des Verbandes, Zdeněk Huml.

Auch der Verbrauch von Leitungswasser ist zurückgegangen. Dennoch hätten die Prager Wasserwerke mittels einer Umfrage festgestellt, dass der Anteil des Wasserverbrauchs, der als Trinkwasser genutzt wird, leicht gestiegen ist, sagte der Sprecher der Wasserwerke. Wenigstens ab und zu Leitungswasser trinken neun von zehn Befragten, hat die Umfrage ergeben. Der Trend zum Leitungswasser wird auch durch den wachsenden Verkauf von Sirup belegt. Dank des Sirups variieren die Verbraucher den Geschmack des Wassers. Unschlagbar aber ist der Preis des Leitungswassers: ein Liter kostet rund fünf Heller. Für den in PET-Flaschen abgefüllten Liter Wasser muss man indes beim Discounter mindestens drei Kronen, in anderen Geschäften sogar zehn und mehr Kronen bezahlen.