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Das Bezirksgericht in Ústí nad Labem / Aussig hat am Donnerstag entschieden, nach dem mittelböhmischen Kreishauptmann David Rath auch die weiteren sieben Personen in Untersuchungshaft zu stecken, die während der Polizeiaktion in der Nacht zum Dienstag verhaftet wurden. Es handelt sich um vier Männer und drei Frauen, die in dem Verdacht stehen, in die jüngste Bestechungsaffäre verwickelt zu sein. Zu diesen Personen gehören die Leiterin des Krankenhauses in Kladno, Kateřina Pancová, und der ehemalige ODS-Abgeordnete Petr Kott.

Bei ihrer Razzia an mehreren Orten Mittelböhmens hatte die Polizei am späten Montagabend beim Sozialdemokraten David Rath unter anderem einen mit sieben Millionen Kronen (ca. 280.000 Euro) gefüllten Schuhkarton gefunden. Rath war daraufhin wegen des Verdachts auf Korruption festgenommen worden. Am Mittwoch haben die Richter entschieden, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen. Es bestünde laut Gericht die Gefahr, dass der Beschuldigte Zeugen beeinflusse, weitere Straftaten begehe oder ins Ausland flüchte. Das erklärte eine Sprecherin des Gerichts am Mittwoch gegenüber Journalisten.

Als Abgeordneter steht Rath in Tschechien unter lebenslanger Immunität. Die Festnahme war dennoch möglich, weil Rath auf frischer Tat ertappt wurde. Die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Miroslava Němcová, stimmte deswegen am Montag bereits zu, Rath an ein Gericht zu überführen. Die endgültige Entscheidung darüber kann aber nur das Abgeordnetenhaus als Ganzes treffen. Dies soll bei der nächsten Sitzung am 5. Juni geschehen.