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Die Präsidenten Tschechiens, Polens und der Slowakei haben weiter eine unterschiedliche Haltung zur Teilnahme am geplanten Gipfel mitteleuropäischer Spitzenpolitiker in der Ukraine. Bei ihrem Treffen in der Hohen Tatra waren sie sich nur darin einig, dass man trotz der Ungereimtheiten im Fall der inhaftierten ukrainischen Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko die Fußball-EM nicht boykottieren werde. Dieses Großsportereignis wird im Juni von der Ukraine gemeinsam mit Polen ausgerichtet. Aus Protest gegen die Art und Weise, wie die ukrainischen Behörden aber derzeit mit Timoschenko umgehen, wollen mehr als zehn Staatsmänner nicht an diesem Gipfel teilnehmen, darunter der tschechische Präsident Václav Klaus. Dessen Amtskollegen aus Polen und der Slowakei, Bronislaw Komorovski und Ivan Gašparovič, hingegen wollen nach Jalta reisen.

Das Treffen der Präsidenten der Visegrad-Staaten (V4) am Wochenende in der Hohen Tatra fand ohne den neuen ungarischen Staatschef Janos Ader statt. Er ließ sich entschuldigen, weil er nach seiner Wahl in dieser Woche erst in der neuen Woche offiziell in sein Amt treten wird. Ungarn wurde deshalb durch seinen Botschafter in der Slowakei vertreten.

Die Staatsoberhäupter der vier mitteleuropäischen Staaten kommen jedes Jahr in einem der Länder zusammen, um über politische und andere aktuelle Themen zu debattieren, sich zu beraten und gegebenenfalls auch abzustimmen. Bei diesem Treffen standen der bevorstehende Nato-Gipfel, die Zusammenarbeit der vier Staaten einschließlich ihrer gemeinsamen Außendarstellung und das Projekt der Östlichen Partnerschaft der Europäischen Union mit den postsowjetischen Staaten ganz oben auf der Tagesordnung. Bereits am Freitag haben die Verteidigungsminister der Visegrad-Staaten im nordböhmischen Litoměřice / Leitmeritz ein Kommunique zur Bildung einer gemeinsamen Kampftruppe unterzeichnet.