Nachrichten | Alle Artikel


Der tschechische Pkw-Hersteller Škoda Auto ist weiter auf dem Vormarsch. Im ersten Quartal dieses Jahres hat der VW-Tochter-Konzern die Rekordmenge von 242.700 Autos verkauft; das sind um 11,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders erfolgreich war das Unternehmen im März, in dem es mit 95.200 verkauften Fahrzeugen das beste Monatsergebnis aller Zeiten erzielte, gab am Donnerstag Firmensprecher Jozef Baláž bekannt.

Laut Aussage von Baláž hat Škoda seinen Anteil am Auto-Weltmarkt auf fast 1,5 Prozent erhöht, im Vorjahr waren es noch 1,4 Prozent gewesen. Sehr hoch sei das Interesse an Škoda-Fahrzeugen vor allem in China, Indien und Russland. Aber auch in Westeuropa sei die Nachfrage, besonders nach dem Fabia und Octavia, wieder gestiegen, sagte Baláž.

Im krassen Gegensatz zum Verkaufsboom bei Škoda steht indes die Lohnpolitik des Konzerns. Die Arbeitnehmer wollen am Verkaufserfolg des Unternehmens angemessen partizipieren und haben daher über ihre Gewerkschaften eine Lohnerhöhung von 6 Prozent gefordert. Die Arbeitgeber aber wollten die Tarife zunächst nur um 4,3 Prozent erhöhen. Seit Mittwoch bieten sie eine Tariferhöhung um 4,7 Prozent rückwirkend zum 1. April an. Der Abschluss eines neuen Tarifvertrags ist aber noch nicht in Sicht. Dabei ist alte Vertrag schon Ende März ausgelaufen. VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh hat deshalb das Management von Škoda scharf angegriffen. Es zeuge von „Unfähigkeit“ der Unternehmensführung, wenn es nach mittlerweile 13 Gesprächsrunden noch keine Einigung gebe, sagte der oberste Arbeitnehmervertreter von Europas größtem Autobauer am Mittwoch. Ihre Gewerkschaftskollegen stünden mit beiden Beinen fest auf dem Boden und ihre Forderungen seien berechtigt, betonte Osterloh.