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Dem tschechischen Bildungsminister Josef Dobeš droht eine Klage durch die Akkreditierungskommission. Nur drei Tage nach dessen Entscheidung, die Akkreditierung des Jura-Studiengangs an der Westböhmischen Universität in Plzeň / Pilsen bis 2016 zu verlängern, hat die Kommission Konsequenzen angekündigt. Ihr Beschluss, die Akkreditierung des Studiengangs zu Ende Juli dieses Jahres auslaufen zu lassen, hatte Dobeš am vergangenen Freitag ignoriert. Das aber sei gesetzwidrig, erklärte daraufhin Kommissionsleiterin Vladimíra Dvořáková. Nun habe die Kommission entschieden, bis Freitag dieser Woche gegen das Vorgehen von Dobeš zu klagen. Die Eingabe für diese Klage aber werde die Kommission nicht als Organ machen, sondern sie wird von jedem Kommissionsmitglied unterzeichnet, sagte der Kommissionssekretär Jiří Smrčka am Montag.

Die Kommission will die Fakultät bereits im Juli dieses Jahres schließen lassen, weil ihrer Auffassung nach dort keine adäquate Hochschulausbildung gewährleistet wird. Die Rechtswissenschaften an der Uni in Pilsen waren zuvor in einen Skandal um gefälschte Studienabschlüsse verwickelt gewesen.

Die juristische Fakultät der Westböhmischen Universität wird indes einstweilen keine neuen Studenten für ein Magister- und Bakkalaureus-Studium an ihrem Lehrstuhl aufnehmen. Man werde solange damit warten, bis man das offizielle Ergebnis des Verwaltungsverfahrens in den Händen halte, das derzeit vom Bildungsministerium geführt werde, teilte die Sprecherin der Universität am Montag mit.