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Tschechien hat die bisher kälteste Nacht dieses Winters hinter sich. Die Gemeinde Kvilda / Außergfild im Böhmerwald meldete in der Nacht von Sonntag auf Montag minus 38,8 Grad, am Montagmorgen wurden dann sogar minus 39,4 Grad gemessen. Mehr als die Hälfte aller 178 meteorologischen Messstationen in Tschechien zeigten ebenfalls neue Rekordminustemperaturen an. Auch in der Hauptstadt Prag war es mit bis zu minus 19,2 Grad ungewöhnlich kalt.

Die Extremkälte forderte am Wochenende mindestens fünf Tote, wie tschechische Zeitungen am Montag berichteten. Drei Obdachlose starben an Erfrierungen. Zwei ältere Menschen kamen ums Leben, nachdem ihre Heizungsanlagen Feuer gefangen hatten. Massive Behinderungen verursachte das eisige Winterwetter im Bahnverkehr. Eingefrorener Diesel-Kraftstoff, Frostschäden an Schienen und gebrochene Wasserleitungen führten am Montag auf wichtigen Eisenbahn-Verbindungen zu stundenlangen Verzögerungen. Passagiere mussten teilweise mit Ersatzbussen weiterfahren.

Die Feuerwehr warnte unterdessen eindringlich davor, Metallgegenstände zu berühren. Bereits drei tschechische Jugendliche froren seit dem Kälteeinbruch vor einer Woche mit ihrer Zunge an Laternenpfosten fest. Sie wollten den Frost lecken. Zuletzt mussten die Beamten in der Gemeinde Chodov einen 14-Jährigen mit warmen Tüchern aus seiner prekären Lage befreien.

Der tschechische Wetterdienst erwartet weiter eisige Temperaturen, der Frost könne noch zwei Wochen anhalten, sagte ein Sprecher.