Nachrichten | Alle Artikel


Die Studenten und Pädagogen der Prager Karlsuniversität haben sich am Donnerstag eindeutig gegen die vom Bildungsministerium vorbereitete Hochschulreform ausgesprochen. Nach einer Versammlung von Professoren und Studenten in der Universität verabschiedeten sie eine gemeinsame Resolution und entschieden, gegebenenfalls weitere Protestaktionen bis Anfang März durchzuführen. Zuvor hatten Studenten der Uni 90 Melonen aus den Fenstern der Juristischen Fakultät geworfen als Symbol für die 90 Millionen Kronen, die die Ausarbeitung des neuen Hochschulgesetzes gekostet habe. Ihrer Meinung nach zeige der Gesetzentwurf deutlich auf, dass mit der neuen Verordnung die akademischen Freiheiten zugunsten von Politik und Business beschränkt werden sollen. Nach der Versammlung zogen Dutzende Studenten und Pädagogen in einem Protestmarsch bis vor das Regierungsgebäude.

Der Vorsitzende des Senates der Universität hatte bereits zu Beginn des neuen Jahres aufgerufen, die Reformen mit Petitionen, Resolutionen, Demonstrationen und auch Streiks zu verhindern. Bildungsminister Josef Dobes hat noch am Donnerstag vom Rektor der Karlsuniversität, Václav Hampl, eine Erklärung für die Akademiker-Versammlung zum neuen Hochschulgesetz gefordert.

Hauptbestandteil der Reformen ist die Einführung von Studiengebühren, die bis zu 10.000 Kronen (etwa 400 Euro) pro Semester betragen sollen. Hinzu kommen Umstrukturierungen in den Hochschulgremien. Hierbei fürchten die akademischen Vertreter vor allem eine höhere Einflussnahme der Politik auf die Forschung.