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Die Liste der neuen Minister, über die die Vertreter der drei Regierungsparteien in der Nacht zu Donnerstag mit dem für den Premierministerposten vorgeschlagenen Diplomaten Jan Kohout verhandelten, war am Donnerstag nicht endgültig.

Inoffiziellen Informationen zufolge sollten die Vizevorsitzenden aller drei Koalitionsparteien im neuen Kabinett von Premier Jan Kohout bleiben. Mitglied der Regierung sollte weiterhin auch der Parteichef der Liberalen, Pavel Nemec, sein. Die Christdemokraten sollten offensichtlich das Landwirtschaftsministerium und das Industrie- und Handelsministerium übernehmen. Das Außenministerium, das bisher von dem Christdemokraten Cyril Svoboda geleitet wurde, sollte hingegen von den Sozialdemokraten übernommen werden.

Im Zusammenhang mit dem Außenministerposten wurde über den ehemaligen EU-Kommissar Pavel Telicka den tschechischen Botschafter bei der UNO, Hynek Kmonícek, und den Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, Lubomír Zaorálek, spekuliert. Milada Emmerová sollte der CTK zufolge als Gesundheitsministerin abgelöst werden. Als eventuelle Nachfolger im Amt wurden der Präsident der Tschechischen Ärztekammer, David Rath, bzw. der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Milan Kubek, gehandelt.

Sieben von den bisher 18 Regierungsmitgliedern einschließlich Premier Stanislav Gross hätten nach den ursprünglichen Informationen vom Donnerstagmittag das Kabinett verlassen müssen. Der Sozialdemokrat Jaroslav Palas sollte als Landwirtschaftsminister offensichtlich durch den bisherigen christdemokratischen Umweltminister Libor Ambrozek abgelöst werden, dessen Amt der sozialdemokratische Abgeordnete Radko Martínek übernehmen sollte. Für ihren zurückgetretenen Informatikminister Vladimír Mlynár sollten die Liberalen einen unabhängigen Experten suchen. Der parteilose Vizepremier Martin Jahn sollte durch den bisherigen Industrieminister Milan Urban ersetzt werden, für den Posten des Vizepremiers für die Koordinierung der Wirtschaftsfragen wurde von den Christdemokraten der parteilose Präsident der Wirtschaftskammer, Jaromír Drábek, vorgeschlagen. Das Amt des Vizepremiers ohne Portefeuille wird es im neuen Kabinett nicht mehr geben. Seine Kompetenzen soll der Justizminister übernehmen.