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Der Prager Senat hat am Donnerstag Präsident Vaclav Klaus vorgeschlagen, die Mitglieder der antikommunistischen Widerstandsgruppe der Brüder Masín auszuzeichnen. Neben ihnen schlug das Oberhaus vor, noch weitere 26 Menschen auszuzeichnen. Über die Auszeichnung für Brüder Masín wurde den ganzen Nachmittag lang diskutiert. Vor fünfzig Jahren tötete die Widerstandgruppe bei der Flucht nach Westeuropa sechs Angehörige der Sicherheitskräfte. Einige werfen den Masíns bis heute vor, dass sie einen Feuerwehrmann angeschossen und einen bewaffneten Mann, der Geld transportierte, erschossen haben. Auf diese Fälle machten die kommunistischen Senatoren aufmerksam. Mitglied der Widerstandsgruppe Milan Paumer erklärte vor kurzem im Senat, dass der erschossene Schatzmeister ein Angehöriger der Volksmilizen war und beim Kampf mit Josef Masín ums Leben kam. Für die Auszeichnung der antikommunistischen Widerstandskämpfer setzten sich die ehemaligen Dissidenten und jetzigen Senatoren Jan Ruml und Daniel Kroupa und einer der Studentenführer von 1989 Martin Mejstrík ein.

Prager Regierung beschließt Maßnahmenpaket gegen Kinderpornografie

Im Kampf gegen Kinderpornografie hat die tschechische Regierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen. Danach soll bereits der Besitz von entsprechenden Fotos mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Täter werden nach einer Verurteilung in ein spezielles Gefängnis mit Pflichttherapie gesperrt. Die Regierung werde auch Mittel für die Polizei freimachen, damit diese zum Beispiel im Internet intensiver nach Fällen von Kinderpornografie fahnden könne, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag. Zudem wolle man enger mit regierungsunabhängigen Organisationen zusammenarbeiten. Das Paket soll spätestens im Jahr 2006 vollständig umgesetzt sein.