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Der tschechische Außenminister Cyril Svoboda hat den Sieg von George W. Bush bei den Präsidentschaftswahlen in den USA als gute Nachricht für Tschechien bezeichnet. Der Wahlausgang bedeute eine Fortführung der bisherigen US-Politik, sagte der Christdemokrat. "Die Mehrheit der amerikanischen Wähler hat Bush in Schlüsselfragen unterstützt, wie etwa bei der Bekämpfung des Terrorismus oder beim Engagement im Irak", so Svoboda. Diese Linie verfolge auch die tschechische Diplomatie. Zwischen dem Außenamt und den Sozialdemokraten, die im tschechischen Kabinett die Mehrheit stellen, hat es jedoch vor allem über den Krieg im Irak immer wieder Meinungsverschiedenheiten gegeben. Der tschechische Präsident Václav Klaus äußerte sich ebenfalls positiv zur Wiederwahl von Bush. Dieser sei in seinen Ansichten stets konsequent gewesen, so Klaus.

Reaktionen auf den Verlauf der Wahlen in den USA gab es auch auf den Devisenmärkten. Die tschechische Währung hatte zunächst gegenüber dem US-Dollar angezogen, kurz vor Handelsschluss war ein Dollar nur noch 24,55 Kronen wert. Als Grund dafür nannten Experten die Unsicherheit über den Wahlausgang. Als der demokratische Kandidat John Kerry dann in einem Telefonat mit Bush seine Niederlage eingestand, stieg der Dollar wieder an, am frühen Abend wurde er bereits wieder 24,60 Kronen gehandelt.

Die etwa 7000 bis 10000 in Tschechien lebenden Amerikaner hatten die Möglichkeit, sich per Briefwahl an der US-Abstimmung zu beteiligen. Nach inoffiziellen Umfragen der Nachrichtenagentur CTK unterstützen die meisten von ihnen den demokratischen Kandidaten Kerry. Mehr über die Wahlnacht in Tschechien hören Sie im Anschluss in unserem Tagesecho.