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Drei tschechische Journalisten, die am Sonntag im Irak entführt wurden, sind inoffiziellen Informationen des tschechischen Außenministeriums zufolge am Leben. Dies erklärte Außenminister Cyril Svoboda am Dienstag im Prager Abgeordnetenhaus. Er wies darauf hin, dass es sich um inoffizielle Informationen handelt, die das Außenministerium versucht zu überprüfen. Es ist immer noch nicht klar, warum die tschechischen Bürger entführt wurden. Svoboda zufolge wurde bislang keine politische oder finanzielle Forderung gegenüber der Tschechischen Republik erhoben. Svoboda informierte darüber, dass das Außenministerium alle tschechische Bürger, die in Bagdad leben, zur Rückkehr in die Tschechische Republik aufgefordert hat. Das Außenministerium forderte seine in der provisorischen Koalitionsverwaltung in Bagdad tätigen Experten, die jetzt im Urlaub in Tschechien sind, auf, nicht nach Bagdad zurückzukehren. Dies betrifft auch Mitarbeiter von tschechischen Unternehmen im Irak. Nach Worten des Außenministers wird der Fall der vermissten Journalisten von fieberhaften diplomatischen Verhandlungen begleitet. Svoboda sprach am Dienstag u.a. mit seinem irakischen Amtskollegen Hosjar Zibari und mit dem irakischen Innenminister. Der tschechische Botschafter im Irak Martin Klepetko brachte im Gespräch für den Sender BBC die Hoffnung zum Ausdurck, dass bald die Nachricht kommen wird, dass die entführten Journalisten frei sind. Der Boschafter sagte, er habe die selben Informationen wie der irakische Kulturminister Mufid Jazairi. Dieser erklärte, dass die Entführung wahrscheinlich einen politischen Hintergrund hatte. Im Zusammenhang mit der schlechten Sicherheitslage evakuiert auch die tschechische Hilfsorganisation "Mensch in Not" ihre Mitarbeiter aus dem Irak. Am Mittwoch soll das Kabinett über die Entwicklung informiert werden. Innenminister Stanislav Gross erklärte, es sei notwendig, die Experten arbeiten zu lassen und sich auch auf die provisorische irakische Regierung zu verlassen.