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Der slowakische Staatspräsident Ivan Gasparovic ist am Montag zu einem eintätigen Arbeitsbesuch nach Prag gekommen. Tschechen und Slowaken pflegen außergewöhnlich gute Beziehung, diese sollen auch in Zukunft so bleiben. Das sagten Gasparovic und sein tschechischer Amtskollege Václav Klaus nach einem Treffen auf der Prager Burg. Gasparovic, der seit Mitte Juni das Präsidentenamt bekleidet, erklärte schon kurz nach der Übernahme seines Amtes, er wolle sich an die Tradition halten und seine erste Auslandsreise im Präsidentenamt nach Tschechien unternehmen. Thema der Gespräche war die Stellung der Slowakei und Tschechiens in der EU und die weitere Zusammenarbeit der Visegrad-Staaten. Auch über gemeinsame Auslandseinsätze tschechischer und slowakischer Soldaten haben die Staatschefs gesprochen. Einer regelmäßigen tschechisch-slowakischen Truppe, wie sie unlängst im Kosovo Dienst tat, erteilte Klaus aber eine Absage. Ein solches Bündnis könnte höchstens ad hoc entstehen, sagte Klaus. Am Rande seines Antrittsbesuchs in Tschechien hat Gasparovic eine gewisse Mitverantwortung an den Politskandalen des Landes kurz nach Erlangung der staatlichen Souveränität im Jahr 1993 eingeräumt. Als damaliger Generalstaatsanwalt trage er "bestimmt einen Anteil". Der damalige Ausschluss von Abgeordneten in Bratislava und die Ermordung eines Industriellen seien "eine Katastrophe" für das junge Land gewesen, sagte Gasparovic. Allerdings sei es nicht nur in der Slowakei zu solchen "Begleiterscheinungen" eines Übergangs vom Sozialismus zur Marktwirtschaft gekommen.