Unterschiedliche Konjunktursignale

Foto: hywards, FreeDigitalPhotos.net

Aus der tschechischen Wirtschaft kommen unterschiedliche Konjunktursignale: Während die Industrieproduktion wieder gestiegen ist, gab es im Bauwesen einen Einbruch. Dies geht aus weiteren Daten des Tschechischen Statistikamtes für Oktober hervor, die am Montag veröffentlicht wurden.

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Den Daten nach stiegen die Umsätze der Industrie im Oktober um 3,8 Prozent im Jahresvergleich. Größtes Zugpferd war dabei die Autoindustrie, die gleich um 19 Prozent zulegte. Im September hatte hingegen in der Industrie nur ein Plus von 1,0 Prozent zu Buche gestanden. Wie der Chefökonom der Raiffeisenbank, Michal Brožek, sagte, habe die Industrie das nachgeholt, was sie im August und September versäumt habe. Und auch wegen der sich verschlechternden Daten aus der deutschen Industrie sei die Entwicklung in Tschechien erfreulich, so Brožek. Vor allem verbesserte sich auch die Auftragslage. Den Zahlen des Statistikamtes stieg der Gesamtwert der Aufträge in der Industrie im Oktober um 6,5 Prozent.

Václav Matyáš  (Foto: Archiv des Bundes der Bauunternehmer)
Negative Signale kommen hingegen aus dem Bauwesen. Dort gab es einen Rückgang um 1,3 Prozent, im September war noch ein Zuwachs um 1,3 Prozent ermittelt worden. Wirtschaftsanalytiker Michal Kozub von Homecredit bezeichnete das Ergebnis als „leichte Abkühlung“ in einer Phase starken Wachstums. Der Blick auf die Zahl der Baugenehmigungen spreche hingegen von einer Fortsetzung des Wachstums.

Der Präsident des Bundes der Bauunternehmer in Tschechien, Václav Matyáš, äußerte sich indes nicht so optimistisch. Die Möglichkeiten, europäische Fördergelder zu beziehen laufe aus. Noch mehr Angst bereite ihm aber das kommende Jahr. Der Rückgang öffentlicher Aufträge sei alarmierend, so Matyáš gegenüber der Presseagentur ČTK.

Autor: Till Janzer
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