Startschuss für die Spargel-Saison

In den Läden hierzulande findet sich wieder das „weiße Gold“ aus Tschechien. Ein immer größerer Teil der heimischen Ernte geht dabei ins Ausland.

Spargel (Foto: RitaE, Pixabay / CC0)Spargel (Foto: RitaE, Pixabay / CC0)

Spargelernte (Foto: ČTK / Ondřej Deml)Spargelernte (Foto: ČTK / Ondřej Deml) Früher war Spargel aus Böhmen eine Delikatesse in Wien oder Rom, heute ist er hierzulande eine landwirtschaftliche Randerscheinung. Nichtsdestotrotz feiert der wiederbelebte Anbau der weißen Stängel immer größere Erfolge. In dieser Woche hat das einzige große Zuchtgebiet in Hostín in Mittelböhmen die Saison eröffnet, ganze zwei Wochen früher als im vergangenen Jahr. Seit Montag ist demnach der weiße Spargel zu bekommen, der grüne soll im Laufe der kommenden Woche folgen.

Laut dem Spargelfarm-Betreiber in Hostín, dem Landwirtschaftsunternehmen Český chřest, dürfte die Ernte in diesem Jahr gut ausfallen. Seit Saisonstart am Montag seien schon fünf Tonnen Spargel geerntet worden, so Marketingchef Jan Charvát. Das vergangene Jahr hingegen war das schlechteste seit der Wiederbelebung des Betriebs Ende der 1990er Jahre. Ein Problem könnte in diesem Jahr lediglich der Arbeitskräftemangel werden, der laut Charvát auch an Český chřest nicht spurlos vorbeigehen dürfte.

Foto: ČTK / Ondřej DemlFoto: ČTK / Ondřej Deml Der größte Teil des Spargels aus Hostín landet nach wie vor auf tschechischen Tischen. Hierzulande wird das Frühlingsgemüse immer beliebter, nachdem es nach dem Zweiten Weltkrieg fast vollkommen aus den heimischen Küchen verschwunden war. Mittlerweile konsumieren die Tschechen rund 500 Tonnen der weißen und grünen Stängel im Jahr, wobei der Großteil davon importiert wird.

Im Schnitt 30 Prozent der Spargelernte wandern ins Ausland. Interessanterweise geht der Großteil des Spargels nach Deutschland und die Niederlande, die eigentlich selbst starke Produzenten sind. Laut Charvát wird der Spargel aus Mittelböhmen in Übersee immer beliebter, Abnehmer finden sich mittlerweile sogar in Dubai.