Schattenwirtschaft generiert fast Zehntel des BIP

01-10-2019

Fast ein Zehntel des tschechischen Bruttoinlandsprodukts wird abseits des Fiskus generiert. Das betrifft sowohl Handel als auch Dienstleistungen.

Foto: Archiv des Zollamtes für den Bezirk PilsenFoto: Archiv des Zollamtes für den Bezirk Pilsen Ganze 9,2 Prozent des tschechischen Bruttoinlandsprodukts entstehen in der Schattenwirtschaft. Dies zeigen aktuelle Zahlen des Zentrums für Wirtschafts- und Marktanalysen (CETA), die am Dienstag vorgestellt wurden. Das Zentrum ist dem Internationalen Währungsfonds angeschlossen. Insgesamt entspricht das einem Volumen von 460 Milliarden Kronen (17,8 Milliarden Euro).

Laut dem CETA werden hierzulande vor allem Nahrungsmittel und Kleidung auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Bei den Dienstleistungen sind es vor allem Autoreparaturen, die ohne Kassenbeleg durchgeführt werden. Traditionell werden aber weiterhin auch Waren mit einer hohen Steuerlast am Fiskus vorbei gehandelt, unter anderem Zigaretten, Benzin und Alkohol. Vor allem die niedrigeren Preise sind der Hauptgrund für den Schwarzhandel in Tschechien.

Doch auch die Krise auf dem Arbeitsmarkt macht sich bemerkbar in der Schattenwirtschaft. Auch weiterhin arbeitet ein hoher Anteil an Arbeitnehmern ohne gültigen Arbeitsvertrag und ohne Sozialabgaben. Betroffene Branchen sind vor allem das Gastgewerbe und die Bauwirtschaft, aber auch die Logistik und Lagerwirtschaft.

Zu einer Eindämmung des Schwarzmarkts hatte die Regierung im Jahr 2017 die Registrierkassenpflicht eingeführt. Derzeit betrifft sie jedoch nur den Einzelhandel sowie Hotels und Restaurants. Eine Ausweitung der Pflicht auf beispielsweise handwerkliche Dienstleistungen soll aber bald folgen.