Safe Diesel reicht weitere Sammelklage im VW-Abgasskandal ein

Die Firma Safe Diesel hat am Freitag beim Stadtgericht in Prag acht Sammelklagen gegen den Volkswagen-Konzern zum Abgasskandal eingereicht. Es sind die Klagen von 1050 Autobesitzern, deren Fahrzeuge mit unzulässigen Abschalteinrichtungen zur Verschleierung der tatsächlichen Abgaswerte ausgestattet waren. Bereits früher wurden in dieser Affäre die Sammelklagen von 1375 Besitzern betreffender Wagen eingereicht. Das teilte die Firma am Freitag in einem Pressebericht mit.

Foto: Robert Basic, Flickr, CC BY-SA 2.0Foto: Robert Basic, Flickr, CC BY-SA 2.0 Safe Diesel klagt für jeden Fahrzeugbesitzer, der sich der Sammelklage angeschlossen hat, auf einen Schadenersatz von 220.000 Kronen (ca. 9000 Euro). Die Gesamtsumme, auf die hiermit geklagt wird, beträgt fast 550.000 Millionen Kronen (21,4 Millionen Euro). Das Gericht könnte die erste Verhandlung in dieser Angelegenheit noch bis Ende dieses Jahres anordnen. In Tschechien wird der VW-Konzern zudem von der Firma DieselGate verklagt, die angibt, dass sich ihrer Sammelklage über 7000 Autobesitzer angeschlossen hätten.

Der Abgasskandal wurde vor drei Jahren ausgelöst, als die US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) aufdeckte, dass die Volkswagen AG eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung ihrer Diesel-Fahrzeuge verwendete, um die US-amerikanischen Abgasnormen zu umgehen. Laut VW war die betreffende Software in weltweit etwa elf Millionen Fahrzeugen mit der Motorenreihe VW EA189 im Einsatz, davon waren 1,2 Millionen Škoda-Fahrzeuge. In Tschechien sind etwa 165.000 Autos von der Affäre betroffen, zwei Drittel davon sind Wagen der Marke Škoda.

Am Freitag hat die Firma Safe Diesel weitere vom Skandal betroffene Verbraucher dazu aufgerufen, sich ihrer Sammelklage anzuschließen. Idealerweise bis zum 18. September, empfiehlt Rechtsanwalt František Honsa. In elf Tagen sind es genau drei Jahre seit dem Moment, an dem der Betrug publik wurde.