Quevri-Wein aus Südmähren

Die historisch betrachtet vermutlich älteste Form der Weinherstellung wird in Georgien verwendet. Nun wird auch im südmährischen Lednice / Eisgrub damit experimentiert.

Quevri-Wein (Foto: Eva Turečková)Quevri-Wein (Foto: Eva Turečková) Die Weinexperten von der Mendel-Universität haben nun schon zum dritten Mal begonnen, sogenannte „Quevri-Weine“ herzustellen. Die Universität informierte darüber am Mittwoch. Als „Quevri“ werden im Georgischen Tongefäße bezeichnet, die für den traditionellen Ausbau der Weine genutzt werden. Es handelt sich um eine Tausende Jahre alte georgische Methode der Weinherstellung. Die Quevris werden mit zerquetschten Trauben oder Traubensaft gefüllt und verschlossen im Boden vergraben. Das Produkt vergärt anschließend mehrere Monate lang in den Gefäßen.

Diese Woche haben die Winzer in Lednice Nachbildungen der speziellen Gefäße aus dem Kaukasus gefüllt. „Quevri-Weine“ enthalten keine Konservierungsstoffe, kein Schwefeldioxid sowie keinerlei Zusatzstoffe.

Mojmír Baroň (Foto: Archiv der Mendel-Universität)Mojmír Baroň (Foto: Archiv der Mendel-Universität) Das Phänomen der Naturweine sei sehr anziehungsstark und belebe die Wein-Gastronomie, sagte Mojmír Baroň. Er leitet das Institut für Weinbau an der Mendel-Universität. Baroň gehört zu den Begründern des Quevri-Klubs. Seine Mitglieder sind mehr als zehn Winzer. Die Zahl der Produzenten der Quevri-Weine steigt jedoch ständig. In Tschechien lagern derzeit rund 100 georgische Quevris unter der Erde. Im Frühjahr treffen die Winzer regelmäßig zusammen, um die Gefäße zu öffnen. Der sogenannte „Quevri Day“ findet meistens im April statt, dann sind die Weine nämlich fertig. Nächstes Jahr werden die Winzer aus Lednice zwei Tongefäße mit 300, bzw. 500 Litern roten Traminer öffnen. Bei einem Quevri-Wein müsse mit Attributen des Rotweins gerechnet werden, der sieben Monate lang mit Schalen, Stielen und Samen in Kontakt gewesen sei, so Baroň. Roter Traminer kann seinen Worten zufolge einen sehr aromatischen Geschmack haben.

Der Naturwein unterscheidet sich durch den Geschmack vom üblichen Wein. Eine Flasche Naturwein ist teurer als Flasche konventionellen Weines. Die Mendel-Universität verkauft eine Flasche Quevri-Wein für 350 Kronen (13,70 Euro) pro Stück.