Internet-Supermarkt als erster mit PET-Pfand

13-01-2020

Bisher ist ein Pfand auf PET-Flaschen in Tschechien Zukunftsmusik. Ein Online-Supermarkt probiert deshalb ein eigenes System.

Foto: Archiv Kosik.czFoto: Archiv Kosik.cz Die Kunden des Internet-Supermarktes Kosik.cz können ab jetzt Mineralwasser in Plastikflaschen kaufen, auf die drei Kronen (12 Euro-Cent) Pfand fällig wird. Ein entsprechendes System hat der Online-Einzelhändler am Wochenende vorgestellt. Es geht dabei konkret um eine Kooperation mit dem Abfüller Mattoni mit einer Linie von Flaschen aus recyceltem Kunststoff.

Die Flaschen werden beim nächsten Einkauf einfach dem Lieferanten zurückgegeben und der Pfandbetrag auf dem Kundenkonto gutgeschrieben. Die Flaschen selbst kommen in eine Wiederaufbereitungsanlage, wo sie zu neuen PET-Flaschen verarbeitet werden. Laut Mattoni bestehen die Flaschen dieser Linie zu 80 Prozent aus Altplastik.

Sowohl Kosik.cz als auch Mattoni geben aber zu, dass das System auf lange Sicht nicht rentabel ist, sollte keine flächendeckende Pfand-Pflicht auf PET-Flaschen eingeführt werden. Dies beträfe vor allem die kostspielige Wiederaufbereitung und die Logistik, heißt es von beiden Unternehmen.

Ein Pfand-System auf PET-Flaschen gibt es beispielsweise in Deutschland und die Europäische Union will schon bald einen bestimmten Anteil von recycelten Materialien bei Verpackungen vorschreiben. Konkret sollen das 25 Prozent bis zum Jahr 2025 sein. Für tschechische Hersteller könnte das zum Problem werden, da der größte Teil der Plastikverpackungen derzeit zur Wiederaufarbeitung ins Ausland geht. Das neue tschechische Abfall-Gesetz sieht ein Pfand auf PET-Flaschen jedoch nicht vor.