Fairtrade boomt in Tschechien

Vor allem der Verkauf von Kakao legte sprunghaft zu, die höchsten Gewinne generierte aber Kaffee.

Foto ilustrativa: Štěpánka BudkováFoto ilustrativa: Štěpánka Budková Laut dem Fairtrade-Verband für Tschechien und die Slowakei stieg der Absatz von Kakao aus herstellerfreundlicher Produktion um 132 Prozent. Insgesamt waren es 579 Tonnen der braunen Bohnen. Hinter dem steilen Anstieg stand vor allem die Nachfrage durch Handelsketten, die eigene Süßigkeiten produzieren. Immer häufiger sind das, den Angaben nach, auch tschechische Verarbeiter.

Bei Baumwolle gab es ein Plus von 68 Prozent, insgesamt lag der Umfang im vergangenen Jahr bei 51 Tonnen. Am häufigsten werden daraus hierzulande Taschen gefertigt.

Von Fairtrade-Kaffee wurden 2017 in Tschechien 520 Tonnen verkauft, das war ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Obwohl Kaffee im Gewicht von Kakaobohnen überholt wurde, brachte er den Landwirten in den Anbauländern die höchsten Einkünfte aus Tschechien: 5,15 Millionen Kronen (201.000 Euro).

Die gesamten Nettozahlungen durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten lagen hierzulande bei 8,5 Millionen Kronen (333.000 Euro). Weltweit gehen rund 160 Millionen Euro an die Landwirte. Wie sind also die tschechischen Zahlen einzuordnen. Hana Malíková leitet den Fairtrade-Verband für Tschechien und die Slowakei:

„Unter den postkommunistischen Ländern ist der Handel mit Fairtrade-Produkten bei uns am weitesten entwickelt, und er legt zu. Im globalen Vergleich sind aber noch große Unterschiede zu erkennen.“