Exporteure beklagen Scheitern des Brexitabkommens

Das Nein des britischen Parlaments für den Brexit-Deal halten die tschechischen Exportfirmen für eine schlechte Nachricht.

Foto: Stuart Miles, FreeDigitalPhotos.netFoto: Stuart Miles, FreeDigitalPhotos.net Sollte es zu einem ungeordneten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union kommen, dann bedeute dies für die exportorientierten Unternehmen große Sorgen, so der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Exporteure, Otto Daněk, am Mittwoch. Dann würden sich an den Grenzübergängen Schlangen bilden, und alle Seiten würden beginnen, Zölle zu nehmen, so Daněk am Mittwoch gegenüber der Presseagentur ČTK.

Ganz besonders betroffen von einem „harten Brexit“ wäre die tschechische Autoindustrie. Der Hersteller TPCA aus Kolín exportiert zum Beispiel fast 20 Prozent seiner Pkw-Produktion in das Vereinigte Königreich. Insgesamt liegen die Ausfuhren nach Großbritannien derzeit bei etwa 7,5 Prozent des gesamten Exports der Branche, wie der Geschäftsführer des Verbandes der Autohersteller, Zdeněk Petzl, am Dienstag gegenüber der Tageszeitung „Hospodařské noviny“ ausführte. Das ist nach Deutschland der zweitgrößte Absatzmarkt.

Otto Daněk (Foto: Archiv der Universität Pardubice)Otto Daněk (Foto: Archiv der Universität Pardubice) Laut Otto Daněk haben andererseits viele tschechische Exporteure wegen der Unsicherheit über die Zukunft bereits ihre Ausfuhren nach Großbritannien zurückgefahren. In der Rangliste der wichtigsten Exportländer ist das Vereinigte Königreich vom vierten auf den fünften Platz gefallen.

Immer noch hoffen die Exportfirmen aber darauf, dass letztlich die Vernunft siegen wird. „Vielleicht kommt es wenigstens zu einem Aufschub des Termins für den Brexit in den Sommer, so dass sich die ganze Sache lösen lässt“, sagte Verbandsvize Daněk. Der Stichtag für den Austritt Großbritanniens aus der EU liegt am 29. März.