Export: weniger Autos und Angst vor Brexit

Der tschechische Export nach Großbritannien ist im August um fast zehn Prozent gesunken. Aber auch insgesamt ging die Außenhandelsbilanz zurück.

Foto: Elliott Brown, Flickr, CC BY 2.0Foto: Elliott Brown, Flickr, CC BY 2.0 Die Unsicherheit durch den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU hat auch negative Folgen für den tschechischen Export. Der Ökonom Lukáš Kovanda von der Investmentgesellschaft Czech Fund sagte dazu gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK: „Großbritannien ist einer der wichtigsten Handelspartner der Tschechischen Republik. Tschechien hat von Januar bis August dieses Jahres deutlich weniger Waren dorthin ausgeführt als im Vorjahr. Außerdem kam es bei den Exporten in die Slowakei zu einem Rückgang, dieser ist aber nicht so deutlich.“

Negative Folgen auf die Ausfuhr aus Tschechien hat des Weiteren die sinkende Nachfrage nach Autos in Westeuropa. Infolge dessen war der August der fünfte Monat in Folge, in dem sich die Außenhandelsbilanz verschlechterte. „Die sinkende Nachfrage in Europa kann eine vorübergehende Erscheinung sein, die mit der Verschärfung der Emissionsnormen für Neuwagen zusammenhängt. Sie kann aber auch dauerhaft sein. Dieser Faktor kann das Tempo des Wirtschaftswachstums in Tschechien wesentlich beeinflussen“, kommentierte der UniCredit-Chefökonom Pavel Sobíšek.

Lukáš Kovanda (Foto: ČT24)Lukáš Kovanda (Foto: ČT24) Positiv ausgewirkt hat sich hingegen die steigende Ausfuhr von Computern, Elektronik und optischen Geräten. Gerade diese haben die tschechische Außenhandelsbilanz im August vor den roten Zahlen gerettet. Laut Erwartungen der Experten wird der Export in diesem Jahr aber nicht mehr als Motor der tschechischen Ökonomie wirken, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war.

Die Außenhandelsbilanz erreichte im August 2,3 Prozent, im Vorjahr waren es 2,6 Prozent. Laut dem Experten Lukáš Kovanda wäre die Leistungskraft des Außenhandels noch schwächer, wäre die Krone durch die drohenden Handelskriege, den starken Dollar und Turbulenzen auf den Märkten nicht schwächer geworden. Kovanda sieht vor allem die starke Krone als einen Hemmschuh für Ausfuhren.