Coronavirus: Reaktionen tschechischer Firmen in China

29-01-2020

Die tschechischen Betriebe mit Filialen in China sind seit dem Ausbruch des Coronavirus dort mit ihren Mitarbeitern in Kontakt. Bisher verfolgen sie die Entwicklung nur, denn kein Unternehmen ist direkt in Wuhan angesiedelt. Zugleich schließen sie nicht aus, ihr tschechisches Personal bei einer Verschlimmerung der Lage nach Hause zu holen.

Foto: ČTK / AP Photo / Achmad IbrahimFoto: ČTK / AP Photo / Achmad Ibrahim Unter anderem ist die PPF Holding von Milliardär Petr Kellner in der Volksrepublik tätig. Sie bietet Verbraucherkredite an. Laut Firmensprecherin Zuzana Migdalová ist die Zentrale in ständigem Kontakt mit den tschechischen Mitarbeitern in China: „Wir beobachten die Gesundheitslage in Wuhan und dem ganzen Land.“ Die meisten PPF-Angestellten leben allerdings nicht im Infektionsgebiet, sondern in den Städten Tianjin, Peking und Hongkong.

Ravak aus Příbram hat eine Tochtergesellschaft in Shanghai, das Unternehmen stellt Badzubehör her. „Was unsere tschechischen Mitarbeiter dort betrifft, wollen wir kommende Woche über eine mögliche Rückkehr in die Heimat entscheiden“, so Ravak-Sprecherin Jana Šlefrová. Für die chinesischen Beschäftigten hingegen sei wichtig, dass die Neujahrsferien wegen des Coronavirus bis zum 10. Februar verlängert wurden, so Šlefrová.

Der Klavier-Hersteller Petrof aus Hradec Králové / Königgrätz hat praktisch nur einheimische Beschäftigte in China. Einzig eine Firmenvertreterin in Shanghai stammt aus Tschechien. Sie fühle sich aber sicher und erwäge keine Rückkehr, sagte Unternehmens-Eignerin Zuzana Ceralová Petrofová.

In Peking wiederum sind zwei Angestellte der tschechischen Tourismus-Agentur Czech Tourism tätig. „Die Agentur ist mit ihnen täglich in Kontakt. Sie verfolgt die aktuelle Lage und koordiniert alle Schritte, inklusive einer möglichen Rückholung in die Heimat, mit der tschechischen Botschaft in Peking“, so CzechTourism-Sprecherin Ivana Vejvodová.

Währenddessen steigen in China sowohl die Zahlen der Infizierten als auch der Opfer des neuen Coronavirus an. Am Mittwoch wurde über insgesamt 6000 Infizierte berichtet und mehr als 130 Tote.

29-01-2020