Böhmerwald vom Borkenkäfer weniger geplagt

Vergangenes Jahr litt ein Großteil der Wälder in Tschechien am Borkenkäferbefall. Im Böhmerwald hielt sich die Plage jedoch in Grenzen.

Foto: Zdeněk Zajíček, Archiv des Tschechischen RundfunksFoto: Zdeněk Zajíček, Archiv des Tschechischen Rundfunks Im Böhmerwald herrschte im vergangenen Jahr keine derartige Dürre wie in anderen Regionen Tschechiens. Die Förster haben dort im vergangenen Jahr insgesamt 50.000 Kubikmeter Holz gefördert. Laut Schätzungen dürfte auch in diesem Jahr nicht mehr gefällt werden. Das liegt vor allem am schneereichen Winter in dieser Saison. Die Erde sei gerade deshalb relativ feucht, sagte der Sprecher des Nationalparks Böhmerwald Jan Dvořák am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.

Im Gegensatz zum Rest des Landes habe es im Böhmerwald ausreichend geregnet, so der Sprecher. Der Borkenkäfer hatte Dvořák zufolge keine idealen Bedingungen. Aus dem Grund war die Zahl der befallenen Bäume niedriger als in den Vorjahren.

Der Böhmerwald ist laut Dvořák aber aus noch einem weiteren Grund imstande, besser als andere Forste möglichen Borkenkäferplagen entgegenzuwirken. Die dortigen Forstbeamten haben nämlich eine langjährige Erfahrung mit dem Schädling und wissen deshalb, wie sie gegen ihn vorgehen sollen. In anderen Wäldern Tschechiens kam der Borkenkäfer in der Vergangenheit nur selten vor und hat sich erst in letzter Zeit mehr verbreitet. Die Waldbesitzer seien dem Schädling meist zu spät auf die Schliche gekommen und mussten ihre Bäume fällen, so Dvořák.

Böhmerwald (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)Böhmerwald (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag) Die größte Borkenkäferplage der jüngeren Geschichte erlebte man im Böhmerwald nach dem Orkan Kyrill, der Tschechien im Januar 2007 heimsuchte. Damals waren rund 2,6 Millionen Kubikmeter Bäume vom Borkenkäfer befallen. Der Nationalpark ließ rund 1,1 Million Kubikmeter Bäume fällen, der Rest blieb in den Kernzonen des Nationalparks stehen oder liegen.