Bezahlte Praktika gegen Arbeitskräftemangel

In Tschechien fehlt es weiterhin an Arbeitskräften. Deshalb bezahlen immer mehr Firmen ihre Praktikanten.

Illustrationsfoto: Lucie Maxová, Archiv des Tschechischen RundfunksIllustrationsfoto: Lucie Maxová, Archiv des Tschechischen Rundfunks Ein bezahltes Praktikum war in Tschechien lange eher die Ausnahme. Doch immer mehr Firmen in Tschechien bieten Hoch- und Fachoberschülern immer öfter einen Lohn für ihren Arbeitseinsatz, sowohl im Rahmen klassischer Praktika oder sogenannter Trainee-Programme. Für beide Seiten zeigt sich das vermehrt als Win-win-Situation.

Die Studenten bekämen so einen Einblick in die Firmenrealität, meint Oldřich Životský von einer Fachoberschule für Elektrotechnik im mährischen Sokolnice. Der Schulleiter hat bereits mit rund 20 Firmen Kooperationsverträge geschlossen. Laut Životský würden seine Schüler durch die Praktika gut auf ihre Zukunft vorbereitet werden, Kontakte mit den Firmen bekommen und dafür noch einen Lohn erhalten.

Für die Firmen ergeben sich derzeit gleich zwei Vorteile, sofern sie bezahlte Praktika für Studenten anbieten. Einerseits decken sie einen Teil mangelnder Fachkräfte ab bei der derzeitigen Lage auf dem Arbeitsmarkt. Andererseits würde man sich so eine langfristige Zusammenarbeit sichern, meint beispielsweise die Personalistin Lucie Kožová von Vodafone. Oft würde ein langjähriges Arbeitsverhältnis mit einem Praktikum beginnen und später mit einem richtigen Arbeitsvertrag weitergehen.

Dass langfristige Bindungen der Firmen mit Studenten wichtig sind, zeigen auch aktuelle Zahlen des Bildungsministeriums. Während vor fünf Jahren noch 92.000 erfolgreiche Schulabgänger gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr ganze 20.000 weniger.