Babiš unzufrieden mit chinesischen Investitionen

Laut dem tschechischen Regierungschef hat sich der Handel zuletzt nur zugunsten des ostasiatischen Riesenstaates entwickelt.

Foto: Gerald Altmann, Pixabay / CC0Foto: Gerald Altmann, Pixabay / CC0 Rund eine Viertelstunde lang sprach Andrej Babiš (Partei Ano) am Donnerstag mit seinem Amtskollegen Li Keqiang aus Peking. Dies geschah am Rande des 16+1-Gipfels im kroatischen Dubrovnik, einem Treffen von mittel-, ost- und südosteuropäischen Staaten mit China. Das letzte solche Treffen hatte vor einem Jahr in Sofia stattgefunden. „Und ich muss feststellen, dass sich in dem Jahr, in dem wir uns nicht gesehen haben, der Handel vor allem zugunsten von China bewegt hat“, so der tschechische Premier nach der Zusammenkunft mit Li Keqiang.

Laut Babiš konnte die Volksrepublik ihre Umsätze in Tschechien im vergangenen Jahr um sechs Milliarden Dollar steigern. In derselben Zeit seien die tschechischen Exporte nach China nur um 160 Millionen Dollar gewachsen. Dabei müssten sich „die zahlreichen Besuche und Kontakte schon längst auch auf wirtschaftlicher Ebene bemerkbar machen“, befand Andrej Babiš.

Andrej Babiš (rechts). Foto: ČTK / AP Photo / Darko BandicAndrej Babiš (rechts). Foto: ČTK / AP Photo / Darko Bandic Derzeit bereitet sich Staatspräsident Miloš Zeman auf eine weitere Reise nach China vor. Diese ist für Ende April geplant. Auch das sei Thema des Gesprächs mit Li Keqiang gewesen, sagte Babiš.

Der Gipfel in Dubrovnik dauert bis Freitag. Seit 2012 dienen die sogenannten 16+1-Gespräche als Plattform für den Austausch zwischen 16 mittel-, ost- und südosteuropäischen Staaten mit dem Reich der Mitte. Die Treffen sind ein Teil des chinesischen Projekts einer neuen Seidenstraße unter dem Motto „One Belt, One Road“.