Akw Dukovany: ČEZ verklagt Škoda JS auf Millionenentschädigung

24-11-2016

Der tschechische Stromriese ČEZ musste im vergangenen Jahr seine beiden Atomkraftwerke Temelín und Dukovany wegen technischen Fehlern vom Netz nehmen. Das hat nun ein juristisches Nachspiel: Čez, das zu rund 70 Prozent dem tschechischen Staat gehört, verklagt den Maschinenbauer Škoda JS und fordert einen hohen Millionenbetrag.

Kernkraftwerk Dukovany (Foto: Michal Malý, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Kernkraftwerk Dukovany (Foto: Michal Malý, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Anfang 2015 ist es in den beiden tschechischen Kernkraftwerken Dukovany und Temelín zu einem Sicherheitsskandal: Die Röntgenbilder zur Kontrolle von Schweißnähten waren manipuliert, ein Großteil der Blöcke musste zu nachträglichen Überprüfungen heruntergefahren werden. Diese zeigten im Kraftwerk Dokuvany bisher unbemerkte Risse in Leitungsrohren und weitere Fehler. Es folgten zahlreiche Reparaturarbeiten und drei der vier Reaktorblöcke mussten vom Netz genommen werden. Der entstandene Schaden für den Betreiber ČEZ lag bei rund 2,5 Milliarden Kronen (92,5 Millionen Euro).

Der Energieriese will den Fall nun juristisch aufarbeiten und geht gegen den Maschinenbauer Škoda JS vor. Dieser hatte nämlich den Auftrag, beide Atomkraftwerke zu warten. Insgesamt fordert Čez eine Entschädigung von mindestens 611 Millionen Kronen (22 Millionen Euro). Die endgültige Höhe der Schadensersatzforderungen könne aber noch steigen, so ein Sprecher des Unternehmens. Aus gerichtstaktischen Gründen habe man noch nicht alle Schäden in die Klage miteinbezogen. Škoda JS weist bisher jegliche Schuld von sich.

Foto: ČT24Foto: ČT24 Neben der Schadensersatzklage laufen in der Angelegenheit bereits polizeiliche Ermittlungen. ČEZ hatte bereits zuvor Anzeige gegen Unbekannt erstattet wegen Verdachts auf Betrug. Dem schloss sich auch das staatliche Amt für Kernkraftsicherheit an, da ein erheblicher Schaden an einer Einrichtung des öffentlichen Interesses.

24-11-2016