Agrarressort hält an Staustufe Děčín fest

Landwirtschaftsminister Toman bringt die Staustufe Děčín erneut ins Gespräch. Der Sozialdemokrat argumentiert mit dem Nutzen für die Wirtschaft und dem Kampf gegen den Wassermangel.

Staustufe Děčín (Visualisierung: Archiv der Tschechischen Wasserstraßenverwaltung, Aquatis a. s.)Staustufe Děčín (Visualisierung: Archiv der Tschechischen Wasserstraßenverwaltung, Aquatis a. s.) Eines der umstrittensten Infrastrukturprojekte Tschechiens hat weiterhin die Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums. Man müssen Wege finden, die Staustufe Děčín / Tetschen doch noch irgendwie umzusetzen, so Ressortchef Miroslav Toman bei einer Veranstaltung zu dem Thema in der nordböhmischen Stadt am Dienstag. Man dürfe nicht einfach sagen, dass ein Bau unmöglich sei, meinte der Sozialdemokrat in seiner Rede.

Toman argumentiert einerseits mit dem wirtschaftliche Nutzen, den die Schiffbarkeit der Elbe von der deutschen Grenze bis nach Pardubice / Pardubitz bringen würde. Das auch im Blick auf die Landwirtschaft, erklärte der Minister, wobei durch den Ausbau des Flusses zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen würden. Außerdem betonte der Sozialdemokrat, dass man mit mehr Wasser in der Elbe effektiv gegen die grassierende Dürre hierzulande vorgehen könnte.

Staustufe Děčín (Visualisierung: Archiv der Tschechischen Wasserstraßenverwaltung)Staustufe Děčín (Visualisierung: Archiv der Tschechischen Wasserstraßenverwaltung) Der Elbausbau in Děčín gehört zu den ambitioniertesten Verkehrsprojekte hierzulande. Seit den 1990er Jahren nimmt der Schiffsverkehr von Tschechien über die Elbe nach Deutschland ab, unter anderem wegen des schlechten Zustands des Wasserwegs Elbe. Zudem führt der Fluss wegen der zunehmenden Trockenheit immer weniger Wasser und ist vor allem im Sommer nicht mehr durchgehend befahrbar.

Die Staustufe Děčín stößt aber vor allem bei Umweltschützern auf scharfe Kritik. Vor einem Jahr stellte auch die Regierung in einem Bericht fest, dass Schäden für die Natur nicht kompensierbar wären. Deshalb liegt das Projekt derzeit auf Eis.