Wirtschafts-Wochenrückblick: 25. Februar bis 3. März

05-03-2015

Der tschechische Staat verliert Milliarden wegen dem schwarz gehandeltem Wein. Auch der Energiekonzern ČEZ muss einen Gewinnrückgang hinnehmen. Dies sind nur einige der Themen im aktuellen WirtschaftsCzech. Es sind die Meldungen vom 25. Februar bis 3. März 2015.

Foto: Archiv Radio PragFoto: Archiv Radio Prag Die Tschechen verbringen während der Arbeitszeit täglich durchschnittlich 52 Minuten privat im Internet. Dies geht aus einer Studie der IT-Beratungsfirma truconneXion hervor, die vergangene Woche veröffentlich wurde. Die Toleranzgrenze der Arbeitgeber für privates Surfen liegt bei nur 20 Minuten. Mehr und mehr Firmen versuchen deshalb, die mobile Internetnutzung ihrer Angestellten mit spezieller Software zu kontrollieren. Den einzelnen Firmen entsteht dadurch ein Schaden von umgerechnet 1.200 Euro. Laut der Studie sind die tschechischen Arbeitnehmer überwiegend auf sozialen Netzwerken oder Nachrichtenportalen unterwegs. Da die Arbeitgeber zunehmend mit ihren auf Smartphones und Tablets ins Netz gehen, sei es schwer für die Firmen, dagegen vorzugehen, sagte Martin Hnízdil von TruconneXion. Die Zahl der Unternehmen, die mithilfe von Monitoring-Software versuchen, dem privaten Surfen auf mobilen Geräten Einhalt zu gebieten, sei im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen.

 

Kraftwerk in Ledvice (Foto: Juan de Vojníkov, Wikimedia CC BY-SA 3.0)Kraftwerk in Ledvice (Foto: Juan de Vojníkov, Wikimedia CC BY-SA 3.0) Von einem Anstieg, zu einem Fall. Der Reingewinn des tschechischen Energiekonzerns ČEZ ist das fünfte Jahr in Folge gefallen. Der Betreiber des Atomkraftwerks Temelín erwirtschaftete im vorigen Jahr einen Nettogewinn von 22,4 Milliarden Kronen (815 Millionen Euro), wie Unternehmenssprecherin Barbora Půlpánová am Dienstag mitteilte. Das ist ein Rückgang um 36 Prozent gegenüber dem Jahr 2013. Der Umsatz fiel um acht Prozent auf 200,7 Milliarden Kronen (7,3 Milliarden Euro). Die Wirtschaftsanalytiker hatten einen höheren Gewinn erwartet, vom Umsatz waren sie hingegen positiv überrascht. Als Gründe für Gewinn- und Umsatzentwicklung nannte Sprecherin Půlpánová den Rückgang der Energiepreise und den warmen und trockenen Winter im Vorjahr. ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš fügte an, dass das Unternehmen unter anderem zwei Hauptziele für dieses Jahr habe. Zum einen sei dies, für das AKW Dukovany eine Betreiberlizenz über 2015 hinaus zu erhalten. Zum anderen wolle man das neue Kohlekraftwerk in Ledvice in Betrieb nehmen. Der erste der vier Reaktorblöcke in Dukovany war 1985 in Betrieb genommen worden. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre. Das Kraftwerk in Ledvice soll eine Leistung von 660 Megawatt haben. ČEZ ist der größte tschechische Energiekonzern und befindet sich zu 70 Prozent in staatlicher Hand, wobei das Finanzministerium die Aktien hält.

 

Foto: Archiv Radio PragFoto: Archiv Radio Prag Nicht nur der Energiekonzern hat Verluste zu verzeichnen, auch dem tschechischen Staat ist ein Gewinn entgangen. Der tschechische Staat verliert jedes Jahr rund 2,5 Millionen Kronen (91 Millionen Euro) an Steuereinnahmen wegen des Schwarzmarktes mit Wein. Dies sagte der Präsident des tschechischen Winzerverbandes, Tibor Nyitray bei einer Pressekonferenz vergangenen Mittwoch in Prag. Der Verband hatte vor kurzem eine Studie erstellen lassen, der nach etwa 100 Millionen Liter Wein hierzulande jährlich nicht versteuert werden. In der Kritik steht vor allem der offene Verkauf in den Weinstuben. Gerade dort soll der meiste schwarz importierte Wein umgesetzt werden. Billige ausländische Ware aus anderen EU-Ländern wird dabei als heimisches Produkt angeboten. Vor einigen Tagen ist deshalb eine Diskussion über den offenen Verkauf in Gang gekommen. Auch der Präsident des Winzerverbandes sprach sich gegen ein rigoroses Verbot des offenen Verkaufs aus. Stattdessen sollte dieser Verkauf durch Verträge mit einem oder mehreren konkreten Winzern sicherer werden, sagte Tibor Nyitray.

 

ohuslav Sobotka und Park Geun-hye (Foto: ČTK)ohuslav Sobotka und Park Geun-hye (Foto: ČTK) Seit vergangenem Donnerstag sind Tschechien und Südkorea durch eine strategische Partnerschaft miteinander verbunden. Premier Bohuslav Sobotka, besuchte drei Tage lang den ostasiatischen Staat. Er und die südkoreanische Präsidentin Präsidentin Park Geun-hye unterzeichneten die entsprechende Übereinkunft in Seoul. Für Tschechien ist es die erste strategische Partnerschaft mit einem asiatischen Land. Wie Sobotka anschließend gegenüber der Presse sagte, soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit um weitere Branchen ergänzt werden. Bisher überwiegt die Autoindustrie, so besteht eine Fabrik von Hyundai in Tschechien, zudem wird der Autohersteller Nexen ab Herbst dieses Jahres eine große Filiale in Nordböhmen errichten. Auf der anderen Seite hat Südkorea Interesse daran, seine Atomtechnik in Tschechien zur Geltung zu bringen. Bohuslav Sobotka erwähnte in dem Zusammenhang den angedachten Ausbau der Atomkraftwerke Temelín und Dukovany. Nachdem der tschechische Energiekonzern ČEZ eine frühere öffentliche Ausschreibung für zwei neue Reaktorblöcke im südböhmischen Temelín aber wegen mangelnder Garantien der Regierung in Prag zurückgezogen hat, steht der Ausbau der Kernenergie in Tschechien allerdings in den Sternen.

05-03-2015