Forscher entschlüsseln Erbgut des Weizens

Forscher haben das Genom das Weizens entschlüsselt. Die Erkenntnisse sollen die Aufzucht neuer Weizensorten erleichtern.

Foto: Hans Braxmeier, Pixabay / CC0 Public DomainFoto: Hans Braxmeier, Pixabay / CC0 Public Domain Ein internationales Team von etwa 200 Forschern aus 20 Ländern beteiligt sich bereits seit 13 Jahren an der Forschung. Zur Sequenzierung haben auch Experten vom Institut für experimentelle Botanik der tschechischen Akademie der Wissenschaften wesentlich beigetragen. Sie haben die Forschungsergebnisse am Montag in Olomouc / Olmütz präsentiert.

Die Entdeckung könnte eine wichtige Rolle bei der Zucht von ertragsreichen und schädlingsresistenten Weizensorten spielen, hieß es vor Journalisten. „Weizen ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel, es ernährt die Weltbevölkerung. Das Getreide wird großflächig angebaut, es macht mehr als ein Fünftel von Kalorien und Proteine in der Ernährung aus, in manchen Ländern sogar die Hälfte. Da die Weltbevölkerung wächst, rückt der Moment immer näher, wo Weizen für die Ernährung nicht mehr ausreichen wird“, betonte Jaroslav Doležel vom Institut. Die klassischen Zuchtmethoden müssten daher durch moderne Techniken ergänzt werden, betonte er. „Und dies ist nur möglich, wenn wir die genetischen Informationen kennen. Das ist nun der Fall.“

Eine besondere Herausforderung bei der Entschlüsselung war die enorme Größe des Genoms. Weizen besitzt sechs Chromosomensätze mit rund 17 Milliarden Bausteinen. Damit ist es etwa fünf Mal so groß wie das menschliche Genom.

Die Forschungsstelle in Olmütz hat eine tragende Rolle im Projekt gespielt. Ihre Mitarbeiter entwickelten eine Methode der Chromosomenklassifizierung und -sortierung. Dadurch wurde möglich, das große und komplizierte Genom in einzelne Chromosomen zu teilen und die DNA der einzelnen Teile zu entschlüsseln. Nachfolgend wurden Informationen über die Desoxyribonucleinsäure der Chromosomen in viele Labors weltweit weitergeleitet.