Begegnung mit Tradition: Holzschwemme in Jelení vrchy / Hirschbergen

Nicht nur wunderschöne Natur kann man während der Wanderungen durch die tiefen Wälder des Böhmerwaldes bewundern, sondern auch einige bautechnische Sehenswürdigkeiten. Dazu gehört zweifelsohne der Schwarzenbergsche Schwemmkanal. Seine Geschichte geht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Erbaut wurde der insgesamt 52 Kilometer lange Kanal von Forstingenieur Josef Rosenauer und diente zum Transport von Brennholz.

Auf dem Weg zum Plöckensteinsee treffe ich im Ort Jelení vrchy, zu deutsch Hirschbergen, mehrere Wanderer, die entlang des Schwarzenbergschen Kanals eilen. Es ist hier nicht so still, wie sonst. Aus der Ferne höre ich Stimmen und das Wasserplätschern.

Hynek HladíkHynek Hladík Ein Mann mit grünem Hut ruft den herumstehenden Männern zu: „Weiter machen, wir bleiben nicht stehen!“ Einige Männer mit langen Stöcken lösen die Stämme, die im Kanal hängen geblieben sind. Eine Gruppe neugieriger Wanderer beobachtet das Schwemmen und fotografiert sich auf dem Radweg, der den Kanal säumt. Das Schauschwemmen hat vor einigen Minuten begonnen.

Die Stämme werden nicht wie einst Kilometer lang geschwemmt, nach einigen Kurven werden sie wieder aus dem Wasser geholt, was übrigens nicht ganz einfach zu sein scheint. Die starken Holzarbeiter ernten den wohl verdienten Beifall der umstehenden Touristen.

Wie ich von einigen Böhmerwäldlern erfahren habe, wird das Schauschwemme im Sommern regelmäßig veranstaltet und mehr sollte ich von dem Mann mit grünem Hut - Hynek Hladík erfahren:

Fotos: Autorin