Zubrí und Rosdorf werden für die beste tschechisch-deutsche Städtepartnerschaft ausgezeichnet

09-09-2003

Die zehn Juroren hatten beim diesjährigen Wettbewerb der deutsch-tschechischen Städtepartnerschaften keine einfache Aufgabe, da alle Bewerber, die die Endentscheidung erreicht hatten, eine vorbildliche Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen nachweisen konnten. Für die beste Städtepartnerschaft wurden am vergangenen Sonntag in Plauen vom Deutsch-tschechischen Informationszentrum IDOR schließlich die niedersächsische Gemeinde Rosdorf und die ostmährische Stadt Zubrí ausgezeichnet. Kontakte zwischen den beiden Kommunen gibt es schon seit 1968, sie entstanden ursprünglich dank dem Austausch der örtlichen Handballvereine. Nach der Wende konnten die Beziehungen weiter ausgebaut werden, wie auch der Bürgermeister von Rosdorf, Harald Grahovac, bestätigt:

"Wir haben vor zehn Jahren - 1993 - eine offizielle Städtepartnerschaft zwischen den beiden Gemeinden besiegelt."

Worin bestehen diese Kontakte? Es geht bestimmt nicht nur um den Austausch der offiziellen Vertreter...

"Genauso ist es. Diese Handballkontakte waren der Startschuss und sie bestehen natürlich heute auch noch - und zwar zwischen den heutigen Senioren und den Aktiven. Es hat dann im Laufe der Jahre immer weitere Kontakte gegeben. Da ist besonders zu nennen - wir haben ein Orchester der Wandervereinigung in Göttingen, die enge Kontakte zu dem Gesang- und Tanzensemble "Beskyd" und einer Blaskapelle hat. Das geht weiter über Besuche von Schülerinnen und Schülern und verschiedenen Jugendgruppen.Es gibt Kontakte zwischen den Jugendfeuerwehren, aber auch zwischen der aktiven freiwilligen Feuerwehr beider Gemeinden. Wir haben in Zubrí einen Chor - "Schola Zubrí" - auch hier gab es viele Auftritte im Laufe der Jahre hier in Rosdorf. Neu hinzugekommen sind Kontakte zwischen Firmenvertretern beider Gemeinden. Es gab im letzten Jahr einen Besuch von Firmenvertretern hier anlässlich einer Rosdorfer Messe. Es gibt aber auch viele Einzelkontakte - also auf ganz privater Basis, und wir haben inzwischen auch in beiden Gemeinden einen Förderverein gegründet - sowohl in Rosdorf, als auch in Zubrí."

Ihre Städtepartnerschaft wurde am vergangenen Sonntag als die beste tschechisch-deutsche Städtepartnerschaft ausgezeichnet - was bedeutet für Sie diese offizielle Anerkennung?

"Ich muss Ihnen sagen, dass ist eine Bestätigung auch unseres Beitrages - also beider Gemeinden zur Völkerverständigung. Wenn ich zurückblicke, auf die Anfänge von vor 35 Jahren, dann denke ich mal, zeigt das ganz imposant, welchen Beitrag wir letztendlich mit unserer Partnerschaft, die uns so eng verbindet, geleistet haben. Ich denke, dass diese Auszeichnung eine Bestätigung dafür ist, und wir haben uns darüber natürlich gefreut, und ich bin überwältigt und glücklich zugleich. Ich denke, dass diese Auszeichnung auch Ansporn, sich nicht entspannt zurück zu lehnen, sondern weiter zu machen, die Partnerschaft zu vertiefen, wo das noch möglich ist, und auch noch neue Kontakte zu knüpfen."

Jiri Randus, Foto: www.mesto-zubri.czJiri Randus, Foto: www.mesto-zubri.cz Auch der Bürgermeister von Zubrí, Jirí Randus, fand für die allseitigen Kontakte nur lobende Worte:

"Die Zusammenarbeit bringt uns sehr viel. Einerseits lernen wir die Kultur eines anderen Landes und andere Bräuche kennen. Andererseits lernen wir die Meinungen der einzelnen Menschen kennen. Dies ist nicht nur für uns - Kommunalpolitiker, sondern vor allem für die Bürger der beiden Gemeinden von Bedeutung. Das aller Wichtigste ist die Tatsache, dass die Partnerschaftskontakte nicht von den Behörden, sondern von unten - von den Bewohnern initiiert wurden. Denn sie wollten diese Kontakte aufnehmen, sie wollten ihre Kenntnisse vertiefen. Aus diesem Grund ist die Partnerschaft so fest."

Soweit der Bürgermeister von Zubrí, Jirí Randus. Mehr über die Kontakte zwischen Rosdorf und Zubrí werden wir in einer der nächsten Ausgaben der Sendereihe Begegnungen bringen.

09-09-2003