Zeman: Tschechien sollte Militäreinsatz in Afghanistan verstärken

Am Dienstag hat der Generalstab der Tschechischen Armee in Prag getagt. Mit dabei war auch der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Staatspräsident Zeman. Es ging um die künftigen Aufgaben der Armee und die strategisch-taktische Ausrichtung. Zwei grundlegende Themen waren dabei der Einsatz in Afghanistan sowie eine modernere Ausrüstung.

Miloš Zeman (Foto: ČTK / Michal Krumphanzl)Miloš Zeman (Foto: ČTK / Michal Krumphanzl) 2018 ist noch nicht zu Ende. Für die Tschechische Armee aber ist es schon jetzt ein sehr schmerzvolles Jahr. Bei dem Auslandseinsatz in Afghanistan sind im August und Oktober vier tschechische Soldaten bei Attentaten ums Leben gekommen. Seit dem Gang an den Hindukusch waren es bereits 14 Tote, dazu kommen zahlreiche Verletzte. Auch deshalb ist diese Mission hierzulande mittlerweile stark umstritten. Präsident Miloš Zeman erklärte dazu:

„Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass wir ersetzt werden, wenn wir Afghanistan verlassen. Wir sind dazu verurteilt, dort zu bleiben – im Interesse unserer Zivilisation. Das heißt, wenn Sie so wollen, der euro-amerikanischen Zivilisation.“

Beim Treffen des Generalstabs am Dienstag erläuterte Zeman zudem, wie er sich die künftige tschechische Beteiligung an der internationalen Mission am Hindukusch vorstellt:

Aleš Opata (Foto: Miroslav Šindelář, Archiv der Armee der Tschechischen Republik)Aleš Opata (Foto: Miroslav Šindelář, Archiv der Armee der Tschechischen Republik) „Die Armee der Tschechischen Republik sollte nicht nur in Afghanistan bleiben. Als Präsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte spreche ich mich vielmehr dafür aus, dass die Zahl unserer Soldaten nach Möglichkeit noch erhöht wird. Nach meiner Ansicht können wir nur auf diese Weise erfolgreich den islamistischen Terrorismus bekämpfen.“

Generalstabschef ist Aleš Opata. Als de facto führender Militär des Landes benannte er auf der Tagung das gewachsene Aufgabenfeld, das die Armee heute und künftig zu bewältigen habe:

„Der Umfang der Bedrohungen, denen sich die Armee entgegenzustellen hat, nimmt weiter zu. Sie muss deshalb ein breites Spektrum an Fähigkeiten aufweisen, sowohl bei der Luftwaffe und in der Luftverteidigung als auch bei den Bodenstreitkräften. Wir müssen jedoch nicht nur in diesen traditionellen Domänen gewappnet sein, sondern auch im Cyberspace und in der Informationstechnologie.“

Foto: Michal Voska, Archiv der Armee der Tschechischen RepublikFoto: Michal Voska, Archiv der Armee der Tschechischen Republik Für diese hohen Anforderungen sei die tschechische Armee allerdings nicht genügend ausgestattet, betonte Opata. Die Bewaffnung und die Ausrüstung der Streitkräfte müssten modernisiert werden, so der Generalstabschef. Opata machte dabei deutlich, wo der Schuh am meisten drückt:

„Die höchste Priorität besteht für mich bei der Ausrüstung von schnellen Eingreiftruppen. Dazu gehören solche Mittel wie schusssichere Westen und Helme, taktische Ausrüstungen, Handwaffen und Nachtsichtgeräte.“

Laut Verteidigungsminister Lubomír Metnar (parteilos) hat es der Armee in der Vergangenheit an Geldern gefehlt, um mit der Entwicklung bei Bewaffnung und Ausrüstung Schritt zu halten. Seiner Meinung nach habe sich dies geändert, denn über das gesamte politische Spektrum hinweg herrsche nun der Konsens, dass man die Verteidigungsausgaben erhöhen müsse. In diesem Jahr können die Streitkräfte mehr als 14,5 Milliarden Kronen (560 Millionen Euro) für die Modernisierung ihrer Bestände ausgeben.