Würdigung: 21 Schulen in Tschechien mit Titel "Ökoschule" geehrt

Am Mittwoch wurde 21 Schulen in Tschechien eine große Ehre zuteil: Im Senat in Prag wurde ihnen der internationale Titel einer Ökoschule verliehen. Um diesen Titel zu erlangen, müssen sie nachweislich ein ökologiebewusstes Verhalten an den Tag legen.

Die Ausschreibung des Titels "Ökoschule" ist ein internationales Projekt, das mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds finanziert wird. In Tschechien wird es ebenso mit staatlichen und kommunalen Mitteln unterstützt. Um diesen Titel bewerben sich rund 20.000 Grund- und Mittelschulen in 38 Ländern der Erde. In Tschechien haben sich diesem Projekt bislang 120 Schulen angeschlossen. Schulen, die diese Auszeichnung erhalten wollen, müssen mehrere Kriterien erfüllen. Umweltminister Martin Bursik hat dabei festgestellt, dass sich solche Schulen in der Tat sehr nachhaltig mit der ökologischen Komponente unseres Lebens befassen:

"Diese Schulen gehen in der Regel taktisch sehr geschickt vor. Hier funktioniert es so: Die Schüler sind in die ökologischen Abläufe der Schule direkt eingebunden, indem sie selbst planen und mitbestimmen, wie zum Beispiel Abfälle getrennt werden oder wie Wasser und Energie eingespart werden können. Die Kinder machen damit also ihre eigenen Erfahrungen. Wenn sie dann nach Hause kommen, halten sie nicht selten ihre Eltern dazu an, in dieser Hinsicht auch etwas zu unternehmen. Ich bin zum Beispiel schon mit Studenten zusammen gekommen, deren Projekte dafür gesorgt haben, dass der Wasserverbrauch gleich um den Bedarf mehrerer Tage reduziert werden konnte. Es geht also darum, dass die Kinder an den ökologischen Abläufen der Schule direkt beteiligt sind."

Um den Titel einer Ökoschule zu erlangen, muss unter anderem eine ökologiebewusste Erziehung in den Unterricht integriert und ein eigener ökologischer Kodex gebildet werden. Die Themen einer Ökoschule umfassen vier Bereiche: Abfall, Energie, Wasser und Schulmilieu. Innerhalb dieser Themenkomplexe denken die Schüler zum Beispiel darüber nach, wie sie das Regenwasser zum Blumengießen nützen können oder wie sie gemähtes Gras im Schulgarten kompostieren können anstatt es arglos in die Abfalltonne zu geben. Die Schüler messen häufig die Temperatur in den Klassenzimmern und lüften öfters, um Energie zu sparen.

Im am Freitag zu Ende gehenden Schuljahr haben sich 30 Schulen um den Titel einer Ökoschule beworben. 21 von ihnen haben ihn am Mittwoch erhalten. Aber wie erkennen Sie nun, ob sie gerade eine gewöhnliche Grundschule oder eine mit Logo und Banner ausgezeichnete Ökoschule besuchen? Eva Jirikova, die Koordinatorin des Projektes Ökoschule an der Grundschule "General Janousek" in Prag 9 sagt es ihnen:

"Diese Schulen erkennen Sie schon an ihrem Milieu, das heißt, wie die Klassenzimmer eingerichtet sind und wie sauber sie gehalten werden oder in welchem Zustand sie zum Beispiel den Schulgarten vorfinden. Hier geht es darum, den Schülern ein entsprechendes Verhalten zu vermitteln. Denn auf den ersten Blick merken sie nicht, wie sich die Kinder verhalten, wenn sie nach dem Unterricht nach Hause kommen. Ob sie zum Beispiel die leere Wasserflasche nicht achtlos wegwerfen, sondern sie in die dafür vorgesehene gelbe Mülltonne werfen. Das Milieu einer Schule gibt ihnen darüber einen großen Aufschluss."