Wenn der Postmann (nicht) zweimal klingelt

Insgesamt etwa 32 Millionen Päckchen und Pakete befördert die Tschechische Post jedes Jahr. Die Post arbeitet dabei tagsüber, die Postkunden aber auch. Die Zustellung von Päckchen und Paketen endet dann meist mit einem Zettel im Briefkasten. So sieht die langjährige Praxis aus. Nun wurden die Zustellzeiten probeweise geändert.

„Heute aufgegeben, morgen ausgeliefert“ – mit diesem Slogan wirbt die Tschechische Post. Doch Päckchen und Pakete landen nicht immer schon am nächsten Tag beim Empfänger. Bei Firmen liegt die Zustellquote zwar bei 90 Prozent, doch in Privathaushalten kommt die Fracht beim ersten Versuch nur in etwas mehr als der Hälfte der Fälle an. Dann muss der Postmann entweder ein zweites Mal klingeln, häufiger landet aber eine Benachrichtigung im Briefkasten.

Das bedeutet Mehraufwand bei der Post und für den Kunden, der sein Paket oder Päckchen am Schalter abholen muss. Seit Juli hat deswegen die Tschechische Post in größeren Städten begonnen, auch am Abend auszuliefern. Das geht nach telefonischer Absprache, dazu kann der Absender auf dem Paketschein die Nummer des Empfängers vermerken. Petr Zatloukal ist bei der Post für die Logistik und den Betrieb zuständig:

„Dort, wo wir die Telefonnummern der Kunden haben, liegt die Zustellquote derzeit bei 80 bis 90 Prozent. Wir erwarten noch einen Anstieg auf 95 Prozent, was für uns eine optimale Zahl wäre.“

In den meisten der größeren Städte liefert der Postbote bis 19 Uhr aus, in Prag sogar bis 21 Uhr. Allerdings befindet sich dieser Service noch im Probebetrieb und könnte in Zukunft sogar einen Aufpreis erhalten:

„Während der Testphase wird dieser Service auf jeden Fall kostenlos sein. In der Testphase wird sich zeigen, wie groß das Interesse der Bürger ist. Dann werden wir entscheiden, ob diese Serviceleistung kostenpflichtig wird und wann sie kostenpflichtig werden sollte“, so Zatloukal.

Geplant ist jedenfalls bei erfolgreichem Testverlauf, ab dem 1. Oktober die Abendzustellung in allen 14 Kreisstädten des Landes einzuführen. Eine Erweiterung auf alle Postfilialen stünde frühestens im April kommenden Jahres an.