Waldviertel-Akademie-Preis für Pavel Kohout

Der Waldviertel-Akademie-Preis wird am Donnerstag auf Schloss Weitra dem tschechisch-österreichischen Schriftsteller Pavel Kohout verliehen. Die Waldviertel-Akademie ist ein österreichischer Kulturförderverein, der den Preis dieses Jahr zum ersten Mal vergibt. Mit einer Granit-Statue sollen Verdienste um die österreichisch-tschechische Zusammenarbeit gewürdigt werden. Radio Prag sprach mit Dr. Ernst Wurz, dem Vorstandsvorsitzenden der Waldviertel-Akademie.

Die Waldviertel-Akademie verleiht erstmals einen Preis für die Verdienste um die österreichisch-tschechische Zusammenarbeit. Den Preis erhält der Schriftsteller Pavel Kohout. Warum gerade er?

„Weil er eine Person ist, die sich seit vielen Jahren und schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs bemüht war, die Nachbarschaft zwischen Österreich-Tschechien trotz der historischen Belastungen zu fördern.“

Pavel Kohout ist also der erste Preisträger. Aus welchen Bereichen sollen denn die Leute kommen, die mit dem Preis ausgezeichnet werden? Gehören dazu zum Beispiel auch Politiker?

„Bei dem Waldviertel-Akademie-Preis, den wir nun jedes Jahr vergeben werden, geht es uns um Personen, die sich um das Waldviertel und die österreichisch-tschechische Nachbarschaft verdient machen. Natürlich können das auch Politiker sein, aber sicher keine aktiven Politiker. Eher sollen es Leute aus der Kultur, aus der Wissenschaft, aus der Wirtschaft werden, also jene die nachhaltig Verdienste um das Waldviertel oder um die tschechisch-österreichische Nachbarschaft erworben haben.“

Wer sucht die Preisträger denn aus?

„Das Prozedere des Aussuchens ist unsere Aufgabe als Vorstand. Wir schlagen die Namen vor. Wir haben zwei Gremien, die dann die Auswahl treffen. Das ist einerseits der Wissenschaftliche Beirat, in dem Wissenschaftler mit Rang und Namen drinnen sitzen. Daneben gibt es noch ein Kuratorium, das aus anerkannten Personen der Wirtschaft, der Kultur und der Medien besteht. Und von diesen beiden Gremien wird dann ein Dreiervorschlag erstellt, und diesmal ist die Wahl auf Pavel Kohout gefallen.“

Im tschechisch-deutschen Raum gibt es bereits einige Preise für die Verständigung. Trifft das auch auf den tschechisch-österreichischen Raum zu?

Ernst Wurz (Foto: GuentherZ, Creative Commons 3.0)Ernst Wurz (Foto: GuentherZ, Creative Commons 3.0) „Also, meines Wissens gibt es das noch nicht. Wir als Waldviertler haben als einen von drei Arbeitsschwerpunkten die österreichisch-tschechische Nachbarschaft. Nun ist es uns wirklich ein Anliegen, diese langjährige Nachbarschaftsarbeit, die durch Forschungsprojekte, Ausstellungsprojekte und durch Diskussionsveranstaltungen gefördert wird, auch mit Hilfe des Waldviertel-Akademie-Preises für Personen, die nachhaltig aktiv waren und sind, anzuerkennen und zu würdigen.“

Warum hat sich die Waldviertel-Akademie gerade in diesem Jahr dazu entschieden, einen eigenen Preis auszurufen?

„Wir sind im 28. Jahr und die Idee, einen Waldviertel-Akademie-Preis zu vergeben, besteht schon länger. Dieses Jahr haben wir die Ressourcen und die Möglichkeit geschaffen. Wir sind in einer neuen Förderperiode, und da sollten wir beginnen, jene Personen, die da beispielhaft wirken, zu würdigen.“