Visegrád-Staaten feiern 20 Jahre Nato-Beitritt

Am Dienstag feiert Tschechien 20 Jahre Nato-Mitgliedschaft. Im März 1999 wurden außerdem Polen und Ungarn in die Allianz aufgenommen, es war der Auftakt zu sogenannten Nato-Osterweiterung. Deshalb gab es schon am Wochenende eine Feierstunde in Warschau.

Foto: ČTK/Petr KupecFoto: ČTK/Petr Kupec Kanonenfeuer und Hubschrauberlärm erfüllen am Sonntag den Himmel über Warschau. Die Premierminister der Visegrád-Staaten feierten nämlich auf einem Panzerübungsplatz unweit der Stadt den 20. Jahrestag des Nato-Beitritts ihrer Länder. Am 12. März 1999 wurden Tschechien, Polen und Ungarn fester Bestandteil des militärischen Westens. Die Slowakei musste damals noch fünf weitere Jahre warten. Gastgeber der Feierstunde, Polens Premier Mateusz Morawiecki, erklärte dabei, wie wichtig die Nato für die Sicherheit der Region sei. Warschau sitzt derzeit der Visegrád-Gruppe vor:

„Die Zeit der Ruhe und Sicherheit kann schnell in eine Zeit der Herausforderungen und Bedrohungen umschlagen.“

Tschechiens Regierungschef Andrej Babiš sieht die Mitgliedschaft seines Landes in der Nato als einen Akt der Solidarität:

„Wir begreifen unsere Beteiligung an der Nato als die aktive Verantwortung für alle anderen Partner.“

Andrej Babiš (Foto: ČTK/Petr Kupec)Andrej Babiš (Foto: ČTK/Petr Kupec) Im Gegensatz zu Tschechien ist aber Polen innerhalb der Nato in einer komfortablen Situation. Das Land erfüllt als eines der wenigen im Bündnis die Abmachung, zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in die Rüstung zu stecken. Gerade das ist einer der größten Streitpunkte der europäischen Partner mit den USA, die das mit Abstand spendabelste Mitglied der Allianz ist. Prag beispielsweise hinkt den Vorgaben immer noch weit hinterher, denn derzeit fließt nur 1,1 Prozent des BIP aus der Staatskasse in neue Armeetechnik. In Warschau verspricht Premier Andrej Babiš jedoch Besserung:

„Tschechien steht dazu, dass das Land bis 2024 die Verpflichtung erfüllt, den Wehretat auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes anzuheben. Das haben wir so vereinbart.“

Insgesamt sieht der Ano-Politiker im Nordatlantikpakt weiterhin den größten Garanten für die Sicherheit Tschechiens. Die Dynamik der Nato mache beispielsweise ein rein europäisches Verteidigungsbündnis überflüssig, so der Premier.

In Tschechien wird der Nato-Beitritt dann an Dienstag groß gefeiert. Zentrale Veranstaltung ist dabei eine Feierstunde auf der Prager Burg unter Anwesenheit der Staatsoberhäupter der Visegrád-Staaten. Außerdem werden weitere entscheidende Persönlichkeiten aus dem Jahr 1999 erwartet, unter anderem die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright. Michal Bucháček vom Außenministerium erklärt, wer noch eingeladen ist:

Madeleine Albright (Foto: ČTK/Ondřej Deml)Madeleine Albright (Foto: ČTK/Ondřej Deml) „Unter anderem hat die Stellvertreterin des Nato-Generalsekretärs, Rose Gottemoeller, unsere Einladung angenommen. Erwartet wird auch der ehemalige Generalsekretär des Bündnisses George Robertson.“

Außerdem sind in ganz Tschechien zahlreiche Aktionen für die Bürger geplant. Vor allem Militärtechnik soll dabei gezeigt werden. Magdalena Dvořáková ist Sprecherin des Generalstabs:

„Zu sehen ist unter anderem der Radpanzer Pandur. Außerdem präsentieren wir die leichten Panzerfahrzeuge Dingo und Iveco.“